Hedgefonds naschen bei RBS-Verkauf mit

5. August 2015, 07:50
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In der Finanzkrise wurde die britische RBS mit Steuergeldern aufgefangen und verstaatlicht, jetzt wird sie verkauft

London – Der britische Staat nimmt bei der eingeleiteten Privatisierung der in der Finanzkrise mit Steuergeldern geretteten Royal Bank of Scotland (RBS) Verluste in Kauf. Bei der Veräußerung eines ersten Anteils in Höhe von 5,4 Prozent bekam die Regierung am Dienstag je RBS-Aktie nur 3,30 Pfund – ein Drittel weniger, als bei der insgesamt 45,8 Milliarden Pfund schweren Rettung vor sieben Jahren gezahlt wurde.

So entstand bisher ein Verlust von 1,1 Milliarden Pfund (1,6 Mrd. Euro). Der Staatsanteil sinkt auf 72,9 Prozent. Nach und nach sollen nun Aktienpakete an den Markt gebracht werden – weitere Verluste sind dabei nicht ausgeschlossen.

Einem Bericht der britischen "Financial Times" zufolge könnten zusätzlich noch Hedgefonds mitgenascht haben. So sollen einige Anleger bereits vor Montag von den anstehenden Verkäufen des britischen Staats Wind bekommen und daraufhin auf fallende Kurse gewettet haben. Die Kurse sind dann auch gefallen. Insgesamt seien Aktien im Wert von 230 Millionen Pfund ausgeliehen und verkauft worden, so die "FT". Beim sogenannten Shortselling werden die Papiere dann später zu einem niedrigeren Preis zugekauft und an den ursprünglichen Besitzer zurückgegeben.

Versprochene Privatisierung

Finanzminister George Osborne verteidigte die Transaktion gegen Kritik der Opposition, die von einem überhasteten Schritt sprach. "Auch wenn es am einfachsten wäre, sich vor schwierigen Entscheidungen zu drücken und die RBS in Staatshand zu lassen, ist es doch das Richtige für die Wirtschaft und die Steuerzahler, mit dem Verkauf unserer Anteile zu beginnen."

Osborne hatte nach dem Wahlsieg der Konservativen im Mai angekündigt, die Privatisierung so bald wie möglich anzugehen. In den kommenden fünf Jahren sollten mindestens drei Viertel der Beteiligung veräußert werden. Bei der ebenfalls geretteten Großbank Lloyds konnte die Regierung den Anteil inzwischen gewinnbringend von über 40 auf unter 14 Prozent senken, auch dank der Erholung des Instituts.

Bei der RBS liege die Sache aber anders, weil der Bank wegen Altlasten aus der Krise am US-Immobilienmarkt noch eine hohe Strafe drohe, sagte der Finanzexperte Chris Leslie von der oppositionellen Labour-Partei. Das Geldhaus hat dafür 2,1 Milliarden Pfund zurückgelegt. Experten schätzen allerdings, dass der Fall RBS bis zu neun Milliarden Pfund kosten könnte. (APA, 5.8.2015)

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