Robert Lugar: Ein treuer Diener seines Herrn Frank

4. August 2015, 19:57
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Der 45-Jährige ist zum zweiten Mal Klubchef des Teams Stronach

Robert Lugars "große Leidenschaft für Politik" hat drei "Väter": Kreisky, Haider, Stronach. Bruno Kreiskys TV-Duell gegen ÖVP-Chef Alois Mock vor der Wahl 1983 hat den damals 13-jährigen Schüler so "fasziniert", dass Vater Lugar seinen Filius jahrelang durch die Lande chauffieren musste, um den roten Regenten live zu hören: "Weil er Dinge so erklären konnte, dass ich sie auch als Bub verstanden habe", erzählt Lugar.

Der 45-Jährige ist nun zum zweiten Mal Klubchef des vom austrokanadischen Milliardär Frank Stronach gegründeten Teams Stronach – weil der es so will. Jetzt. Ab Oktober 2012 hatte Lugar diese Funktion bereits ein Jahr lang inne – bis er Stronachs "Kronprinzessin" Kathrin Nachbaur Platz machen musste. Die aber lief nun zur ÖVP über – und Lugar, der als sehr ehrgeizig und selbstbewusst gilt, obwohl er selbst sagt: "Ich möchte gar nichts werden, ich möchte was umsetzen", war parat. "Es ist wie beim ersten Mal: viel Arbeit, aber auch große Leidenschaft."

Beruflich wollte der gebürtige Innsbrucker nach der Lehre als Elektroinstallateur sehr wohl noch etwas anderes: zuerst drei Jahre als Zeitsoldat und Mitglied des Judo-Nationalteams. Dieser Sport – auch Tochter (8) und Sohn (10) üben ihn aus – sei eine gute Lehre fürs Leben und für die Politik: "Man lernt, dass man durchhalten muss und dass ein Kampf bis zum Schluss gewonnen werden kann." Dazu passt seine Lieblingslektüre: Biografien – aktuell über den Tesla- und PayPal-Gründer Elon Musk.

Durchhalte- oder auch Durchtauchvermögen hat Lugar, der sich 1999 mit einer Wasseraufbereitungsfirma selbstständig gemacht und sie 2012, als er erstmals Klubchef wurde, aufgrund des Berufsverbots für Klubobleute verkauft hat, schon gezeigt. 1998 von Jörg Haiders "Kampf gegen Parteibuchwirtschaft und Proporz" begeistert, schloss er, der gerade die HTL-Matura nachgemacht und dann zwei Jahre Politikwissenschaft und Publizistik studiert hatte, sich der FPÖ an, folgte seinem Leitwolf in dessen neue Heimat BZÖ, das er im Herbst 2011 aber verließ, als ihm der Job des Generalsekretärs verweigert wurde. Es folgte ein wenig wildes Jahr als "wilder" Abgeordneter auf der Hinterbank des Parlaments, was so gar nicht seines war.

Doch dann kam er: "Frank", mit seiner "geistigen Revolution" und den "Werten", die Lugars Leidenschaft wieder anfachten. Knapp drei Jahre und diverse Volten später weiß er: Es ist eine Leidenschaft, die auch Leiden schafft. Aber er fühlt sich gerüstet: "Ich gebe praktisch nie auf." (Lisa Nimmervoll, 5.8.2015)

  • Robert Lugar bekam einen Rucksack.
    foto: standard/fischer

    Robert Lugar bekam einen Rucksack.

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