Besorgnis über politisch motivierte Gewalt in Burundi

4. August 2015, 17:59
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EU warnt vor Gewalteskalation nach Schüssen auf Menschenrechtler – Uno-Chef Ban: Gewalt muss beendet werden

Bujumbura – Die jüngste Gewalt in Burundi hat international für Besorgnis über die Sicherheitslage in dem ostafrikanischen Land gesorgt. Der Angriff auf den prominenten Menschenrechtsaktivisten Pierre-Claver Mbonimpa sei ein Beleg für die sich verschlechternde Situation in Burundi, erklärte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini am Dienstag.

"Alle Akteure in Burundi müssen Zurückhaltung üben und den Dialog suchen. Gewalt, von welcher Seite auch immer, wird niemals dazu beitragen, das Land aus der politischen Sackgasse zu führen", so die Sprecherin.

Auch Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte den Angriff auf Mbonimpa. Der "Mordanschlag" sei Teil der "wachsenden politisch motivierten Gewalt, die beendet werden muss, bevor die Lage außer Kontrolle gerät", erklärte ein Sprecher Bans.

Kritiker schwer verletzt

Mbonimpa, ein Kritiker des umstrittenen Staatschefs Pierre Nkurunziza, war am Montag in der Hauptstadt Bujumbura durch Schüsse ins Gesicht schwer verletzt worden. Sein Gesundheitszustand sei stabil, erklärte seine Familie am Dienstag. Der Menschenrechtler hatte öffentlich Kritik daran geübt, dass Nkurunziza für eine dritte Amtszeit kandidierte. Der Staatschef war vor gut einer Woche offiziell zum Sieger der Präsidentschaftswahl erklärt worden. Bereits am Sonntag war in Burundi der General Adolphe Nshimirimana, ein Vertrauter Nkurunzizas, bei einem Raketenangriff getötet worden.

Der Afrika-Chef der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW), Daniel Bekele, äußerte sich "schockiert" über den Angriff auf Mbonimpa. Die Präsidentin der AU-Kommission, Nkosazana Dlamini-Zuma, forderte eine Aufklärung der Tat und anderer Fälle politisch motivierter Gewalt.

Burundi befindet sich seit Monaten in einer tiefen politischen Krise. Bei Zusammenstößen zwischen Oppositionsanhängern und der Polizei wurden etwa hundert Menschen getötet. (APA, 4.8.2015)

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