US-Mobilfunker Sprint gewinnt neue Kunden und Zuversicht

4. August 2015, 16:15
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Profitiert aus Kostensenkungen

Der nach Vertragskunden drittgrößte US-Mobilfunker Sprint profitiert von kräftigen Kostensenkungen. Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Juni übertraf der Rivale der Telekom-Tochter T-Mobile US mit seinem operativen Ergebnis die Erwartungen von Analysten deutlich und schraubte sein Jahresziel kräftig nach oben.

Aussichten

Das Management um Vorstandschef Marcelo Claure rechnet nun im Geschäftsjahr vor Sondereffekten mit 7,2 bis 7,6 Mrd. Dollar (6,6 bis 6,9 Mrd. Euro) Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda), wie das Unternehmen am Dienstag in Overland Park im US-Bundesstaat Kansas mitteilte. Vorher lag die Spanne bei 6,5 bis 6,9 Mrd. Euro. Analysten hatten bereits mit dem Erreichen des unteren Endes der neuen Bandbreite gerechnet.

Den größeren Optimismus begründete das Unternehmen unter anderem mit vielen Neukunden und deutlichen Einsparungen. Auch wenn nach Abzug von Kündigungen diesmal netto 310.000 Vertragskunden den Weg zu Sprint fanden, rennt der schwächelnde Mobilfunker dem derzeitigen Kundenmagneten T-Mobile US noch deutlich hinterher. T-Mobile hatte im gleichen Zeitraum gut 1 Million neue Verträge unter eigener Marke abschließen können. Beim Bestand an Vertragskunden liegt Sprint allerdings noch hauchdünn vorne.

Verlust

Von April bis Juni kletterte bei Sprint das um Sondereffekte bereinigte Ebitda im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 2,1 Mrd. US-Dollar, weil die Kosten den Angaben zufolge stärker sanken als der Umsatz. Die Erlöse gingen um 9 Prozent auf 8,03 Mrd. Dollar zurück. Unter dem Strich stand mit 20 Mio. Dollar ein Verlust, nachdem vor Jahresfrist noch 23 Mio. Dollar Gewinn ausgewiesen werden konnten. Mit den Ergebnissen schnitt Sprint besser ab als am Markt erwartet, beim Umsatz dagegen schwächer.

Am Vortag hatte Sprint zudem einen neuen Finanzchef vorgestellt. Tarek Robbiati soll nach einer Übergangsphase den amtierenden Joseph Euteneuer ablösen, der seit 2011 im Unternehmen war. Robbiati war zuletzt Chef beim australischen Leasingspezialisten Flexigroup. Es ist der größte Vorstandsumbau unter dem seit rund einem Jahr amtierenden Marcelo Claure. (APA, 4.8.2015)

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