Studie zu Ebola-Impfstoff: Dauer des Impfschutzes unklar

4. August 2015, 15:50
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Derzeit ist nicht bekannt, wie viele Antikörper einen sicheren Schutz verleihen, sagen die Forscher der Universitätsspitäler Genf

Genf – Die derzeit verwendete Dosis des experimentellen Ebola-Impfstoffs VSV-ZEBOV sollte nicht reduziert werden. Zu diesem Schluss kommt eine Dosierungsstudie mit Freiwilligen an den Universitätsspitälern Genf (HUG).

Kürzlich vermeldete eine internationale Forschergruppe die gute Wirkung von VSV-ZEBOV bei der ersten Impfstudie im westafrikanischen Guinea, wo das Virus noch immer aktiv ist. Bei Teilnehmern, die frühzeitig geimpft wurden, bestand laut der Studie nach zehn Tagen ein hundertprozentiger Schutz.

Offene Fragen: Dosis und Dauer des Impfschutzes

In Genf findet parallel dazu eine kontrollierte Doppelblindstudie mit dem Impfstoff statt, um die Sicherheit und Dosis der Vakzine zu bestimmen. Bei den ersten Tests des Impfstoff wurden den Freiwilligen hohe Dosen von zehn und 50 Millionen Impfpartikeln injiziert, was zu zahlreichen Nebenwirkungen wie Fieber und Gelenkschmerzen und zu einem Abbruch der Studie führte.

Für die aktuelle Untersuchung hat das Team um Claire-Anne Siegrist vom Impfungszentrum der HUG die Dosis drastisch auf nur 300.000 injizierte Impfpartikel reduziert. Dies linderte Nebenwirkungen wie Fieber und Schmerzen deutlich, nicht jedoch Gelenk- und Hautentzündungen. Zugleich wurden bei der niedrigen Dosis eindeutig weniger Antikörper gebildet.

Da alle Testpersonen in Guinea geschützt waren, sei derzeit nicht bekannt, wie viele Antikörper einen sicheren Schutz verleihen, sagen die Forscher: "Solange wir dies nicht wissen, benützen wir besser eine höhere Dosis." Die Studie soll nun weitergehen, um festzustellen, wie lange der Impfschutz anhält. (APA, 4.8.2015)

  • Die Impfstudie im westafrikanischen Guinea zeigte:  Alle der mehr als 4.000 Menschen, die in engem Kontakt mit Ebola-Patienten standen, wiesen zehn Tage nach der Impfung einen hundertprozentigen Schutz auf.
    foto: apa/epa/yann libessart / msf

    Die Impfstudie im westafrikanischen Guinea zeigte: Alle der mehr als 4.000 Menschen, die in engem Kontakt mit Ebola-Patienten standen, wiesen zehn Tage nach der Impfung einen hundertprozentigen Schutz auf.

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