Twitch verbannte populären Let's-Player nach Fake-Swatting-Aktion

Bericht5. August 2015, 09:05
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"Trick2g" mittlerweile wieder freigeschalten – Managerin des Streamers gab sich zynisch

Anderen Personen beim Zocken von Computerspielen zuzusehen, scheint vielen Personen Spaß zu bringen. So erfreuen sich Macher von Let’s Play-Videos einer immer größeren Anhängerschaft. Auch die Mitglieder von "Team2g" stellen solche Live-Clips auf verschiedenen Plattformen zur Verfügung. Für "Trick2g" hat es sich aber nach einem umstrittenen Scherz kurzzeitig ausgestreamt.

Nachdem der vor allem für das Kommentieren von "League of Legends" bekannte Let’s Player auf Twitch eine inszenierte Swatting-Aktion gezeigt hatte, wurde der Account gesperrt. Mittlerweile ist er aber wieder freigeschalten worden (sieh Update am Ende des Textes).

Verletzen der Nutzungsbedingungen

Vergangenen Samstag sollte die Einlage das Ende eines 24-Stunden-Live-Events bilden, mit dem der Videomacher seine mehr als 800.000 Follower feiern wollte. Das Verletzen der Nutzungsbedingungen ist der Grund für die vorübergehende Sperre. Wie lange diese anhalten soll ist noch unklar.

Auf Anfrage von Eurogamer gab ein Sprecher des Unternehmens Twitch bekannt, nicht näher auf die Vorkommnisse eingehen zu wollen. "Wir kommentieren keine Verletzungen der Nutzungsbedingungen."

Swatting

Bei Swatting handelt es sich um einen problematischen Trend, bei welchem eine erfundene Straftat in der Wohnadresse eines Streamers oder Spielers gemeldet wird. Die Übeltäter wollen damit einen Polizeieinsatz vor laufender Kamera provozieren.

Streiche wie diese werden von vielen scharf kritisiert, da sie potenziell gefährliche Folgen nach sich ziehen können.

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"Das Ende ernst zu nehmen ist absurd"

Cher Gambino, die Managerin von "Trick2g" hat auf der offiziellen Seite von "Team2g" eine Stellungnahme veröffentlicht. Darin gibt sie sich zynisch und prangert jene an, die das Ende nicht so lustig fanden wie sie.

"Da gibt es immer jemanden, der denkt, dass nur sein Sinn für Humor zählt. Und wenn für sie etwas nicht lustig ist, dann kann es nach ihnen auch unmöglich lustig für andere sein. (…) Wir werden für unseren Sinn für Humor nicht in Angst leben, aber uns bei allen entschuldigen, die ihren Humor für den einzig richtigen halten. "

Außerdem sei es offensichtlich gewesen, dass es sich um einen inszenierten Einsatz handelte. "Das Ende des Streams ernst zu nehmen ist absurd. Trick hat gelacht und auch die verkleidete Person war zu erkennen und überdies dieselbe Person, die den ganzen gestrigen Tag für die Kameraeinrichtung und die Assistenz zuständig war. (...) Das Ende war für drei Uhr nachmittags geplant. Jeder der selbstständig denken kann, müsste erkennen, dass ein echtes Swat-Team nicht auf das Ende eines Streams warten würde, um ein Haus zu stürmen."

Kritik für Rechtfertigung

Nicht alle können über die Aktion, oder über Gambinos Statement lachen. Während Fans den Videomacher unter dem Hashtag #freetrick verteidigen, gibt es beispielsweise auf Twitter brancheninterne Kritik vom professionellen Gamer Marcel Feldkamp. Er findet es respektlos gegenüber jenen, die solch eine dramatische Erfahrung tatsächlich machen mussten. So wurde im Februar der 10-jährige Bruder des "Runescape"-Streamers Joshua Peters aufgrund einer Swatting-Aktion von Polizeibeamten mit Waffen bedroht.

Update, 5.8., 11:30 Uhr: "Trick2g" wurde mittlerweile wieder entsperrt und setzt das Streaming auf Twitch fort. Die Betreiber der Plattform haben sich nach wie vor nicht zu den Ereignissen geäußert. (lmp, 6.8.2015)

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