NSU-Prozess dauert wohl viel länger als geplant

4. August 2015, 13:21
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Gericht plant Sitzungen bis zum Herbst 2016 – NSU war im November 2011 aufgeflogen

München – Der deutsche Prozess um die zehn Morde des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) könnte sich deutlich länger hinziehen als gedacht. Das Gericht verteilte am Dienstag neue Terminpläne an die Beteiligten. Sie reichen bis zum September 2016. Der Prozess hatte im Mai 2013 begonnen, der NSU war im November 2011 aufgeflogen.

Die Sitzung am Dienstag war die letzte vor der vierwöchigen Sommerpause. Beweisthema war die Mordwaffe vom Typ "Ceska". Mit dieser Pistole soll der NSU aus rassistischen Motiven acht türkische und einen griechischen Gewerbetreibenden erschossen haben.

Selbstbekenntnis

Die Bundesanwaltschaft wertet den Gebrauch der immer gleichen Waffe in der Anklageschrift als eine Art Selbstbekenntnis. Nur bei dem Mord an einer Polizistin in Heilbronn 2007 wurde die Waffe nicht verwendet.

Ein Schweizer Polizeiermittler schilderte Einzelheiten über den Vertrieb der Pistole. Sie soll von einem Schweizer Staatsbürger gekauft und dann über mehrere Stationen in die rechtsextreme Szene in Jena im ostdeutschen Bundesland Thüringen geschleust worden sein.

Nächster Prozesstermin ist der 2. September. Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe muss sich in dem Verfahren als mutmaßliche Mittäterin der NSU-Verbrechen verantworten. (APA, 4.8.2015)

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