Zürcher Ex-Schauspielhaus-Intendant Peter Löffler gestorben

4. August 2015, 12:30
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Wurde bereits nach einer Spielzeit als Verfechter des progressiven zeitgenössischen Theaters entlassen

Zürich – Der Zürcher Regisseur, Dramaturg und Intendant Peter Löffler ist tot. Er starb am 30. Juli im Alter von 88 Jahren, wie einer Todesanzeige in der "Neuen Zürcher Zeitung" vom Dienstag zu entnehmen war. Der am 3. September 1926 in Zürich geborene Löffler war von 1950 bis 1961 Dramaturg und Regisseur am Schauspielhaus Zürich. 1968 wählte das Theater ihn zum neuen Intendanten.

Als Chefdramaturgen holte sich Löffler Klaus Völker aus Berlin. Löfflers progressiver Spielplan erregte von Anfang an Anstoß. Der Publizist und Kritiker Werner Wollenberger schrieb im Lokalblatt "Züri-Leu": "13 Vorstelllungen bringt dieser revolutionäre Fahrplan – mindestens zehn davon attackieren Zürichs Ordnung."

Kompromisslos unbequemes Theater

Auch andere befürchteten einen radikalen Linksruck des Theaters, zumal Löffler mit der Gruppe um den deutschen Regisseur Peter Stein zusammenarbeitete. Angriffsfläche bot Löffler, weil er sich kompromisslos zum zeitgenössischen und unbequemen Theater bekannte.

Zu einem Eklat führte Edward Bonds "Early Morning" unter der Regie von Peter Stein. Auf die unkonventionelle Inszenierung vom 2. Oktober 1969 reagierte das Premierenpublikum tumultuös.

Obwohl "Early Morning" Ende Januar 1970 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde, stimmte die Generalversammlung des Schauspielhauses dem Antrag des Verwaltungsrates zu und löste den Vertrag mit Peter Löffler und seinem Team auf Ende der Spielzeit 1969/1970 auf. (APA, 4.8.2015)

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