Rote Köpfe gegen blockierte Klimapolitik

4. August 2015, 12:48
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Die Grünen wollen mehr Tempo in der Klimapolitik und affichieren Plakate von Spitzenpolitikern mit Sonnenbrand

Wien – "Sonnen- und Konzernanbeter" prangt unter dem Foto von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP). Die Haut sonnenverbrannt, die Augen ziert ein weißer, herzförmiger Schatten, den wohl eine Sonnenbrille hinterlassen haben soll. "Augenzwinkernd" wollen die Grünen laut Bundessprecherin Eva Glawischnig ihre Kritik an der Klimapolitik "in der Chefetage" präsentieren. Der Sonnenbrand steht als Metapher für die Klimaerwärmung. Die Grünen veröffentlichten daher am Dienstag am Ballhausplatz neue Plakate und ein Acht-Punkte-Programm für die Klimapolitik in Österreich.

Der Plan der Grünen umfasst zum Beispiel den Ausbau von Öko-Strom und thermischer Sanierung, eine öko-soziale Steuerreform – die den Abbau von Subventionen für fossile Energien beinhaltet – und ein 365-Euro-Ticket für alle Bundesländer. Für die Wiener Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou ist die 365-Euro-Jahreskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel in der Bundeshauptstadt ein "Beweis, dass es geht".

Glawischnig betonte vor Journalisten, dass es bereits zu finanziellen Einbußen durch die Klimaerwärmung in Österreich komme und nannte Ernteausfälle als Beispiel. Sie bezifferte die Kosten durch den Klimawandel mit mehr als einer Milliarde Euro. Der Energieverbrauch und damit die Emissionen von CO2 steigen vor allem durch Industrie und Verkehr. Die Grüne fordert mehr finanzielle Anreize, um auf erneuerbare Energien umzusatteln.

Kritik am Kauf von CO2-Zertifikaten

Scharfe Kritik übten die Grünen an dem Ankauf von sogenannten Verschmutzungszertifikaten durch die Regierung. Österreich habe auf dem Weg zum Zwei-Grad-Ziel viel aufzuholen, sagte Glawischnig. Dabei handelt es sich um eine internationale Vereinbarung, die globale Erwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen. 194 Länder sind Mitglied der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen.

"Die Weltklimakonferenz 2015 in Paris ist die letzte Chance für unser Klima", sagte Glawischnig. Eine vollständige Energieversorgung ohne Treibhausgase auf Basis von Sonnenenergie, Windkraft, Wasserkraft, Biomasse und Erdwärme ist machbar, so die Grüne. (july, 4.8.2015)

  • Die Grünen starten mit einer Social-Media- und Plakat-Kampagne zum Thema Klimawandel.
    foto: apa / hans klaus techt

    Die Grünen starten mit einer Social-Media- und Plakat-Kampagne zum Thema Klimawandel.

  • Politiker der Regierungsparteien haben dabei einen Sonnenbrand. Das soll die Kritik an der Untätigkeit im Bereich Klimaschutz symbolisieren.
    foto: apa / hans klaus techt

    Politiker der Regierungsparteien haben dabei einen Sonnenbrand. Das soll die Kritik an der Untätigkeit im Bereich Klimaschutz symbolisieren.

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