2:1 – LASK bezwingt Wacker nach Kampf

3. August 2015, 20:51
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Krasse Innsbrucker Abwehrfehler erleichtern Aufgabe der Linzer, die nach vier erfolglosen Versuchen wieder am Tivoli gewinnen

Innsbruck/Wien – Durch das Geschenk des Montagsspiels zwischen Wacker Innsbruck und dem LASK stellte die Erste Liga sicher, dass es, beginnend mit dem vergangenen Mittwoch, zwölf Tage lang ununterbrochen Profifußballpflichtspiele mit österreichischer Beteiligung geben wird. So etwas ist möglicherweise noch nie zuvor vorgekommen, was will man mehr.

In der Vorwoche hatten sich die Wacker-Anhänger darüber beschwert, dass gastierende Altacher ihre Tribüne entweihen durften, selbst zu kommen stand dann aber auch nicht allzu hoch im Kurs: 4.300 Zuschauer auf dem Tivoli waren nicht weltbewegend.

Es waren zwei in starkem Maße neuformierte Mannschaften, die da aufeinandertrafen. Auf Innsbrucker Seite waren im Vergleich zur Startformation des letzten Kräftemessens nur noch vier Mann wiederzufinden, bei den Linzern galt dies gar nur für deren zwei.

Der LASK lief zwar in rot-schwarzes Camouflage-Design gewandet auf, wurde aber sofort sehr sichtbar: Die Gäste versuchten von Beginn an die Initiative zu ergreifen. Die Innsbrucker waren vollauf damit beschäftigt, sich ihrer Haut zu erwehren. Gefährlich wurde es erstmals nach flottem Zug über die rechte Seite, ein Schuss von Kehre endete jedoch an Hölzls Hacken (6.). Kurz zuvor hatte sich Deutschmann veranlasst gesehen, LASK-Goleador Gartler recht grob seine Präsenz zur Kenntnis zu bringen.

Doch der Linzer Herrlichkeit ging relativ schnell der Sprit aus, und Innsbruck schickte sich an, das Geschehen ausgeglichener zu gestalten. Tendenziell aktiver blieben jedoch die Gäste, die es wiederholt mit halb langen wie halb hohen Vorlagen in die Spitze probierten. Da blieb auch der Effekt eher lauwarm.

Erster Lapsus

Dann nahm Tormann Weiskopf die Sache in die Hand. Nach einem Rückpass mit reichlich Zeit und Raum ausgestattet, visierte er in aller Ruhe den auf ihn zulaufenden Gartler an. Für den Abpraller bedankt sich Kehre, der keinerlei Mühe hatte, den Ball ins verwaiste Tor zu schieben (24.).

Vollkommen unvorhersehbar fiel kurz darauf der Ausgleich. Ein hoher Ball fand Riemann im Rücken der unaufmerksamen LASK-Abwehr, und der erste Torschuss Wackers fand das Gehäuse des bis dahin völlig beschäftigungslosen Keepers Pervan (28.).

Und die Ereignisse überschlugen sich munter weiter: Niederreißen Pichlmanns durch den letzten Mann Ramsebner, Aufregung, Debatten und schließlich Gelb für beide. Danach atmete die Partie sichtbar durch, und bis zur Pause entwickelte sich weitgehender Leerlauf, den Linzern hatten die Aufregungen die Linie gekostet.

Gleich nach Wiederbeginn gaben sich die Innsbrucker alle Mühe, ein zweites Gastgeschenk darzureichen. Siller und Weiskopf verfuhren nach dem klassischen Motto: Nimm du ihn, ich habe ihn sicher. Nachdem eine Klärung also unterblieb, köpfelte der Keeper den Ball auch noch an die eigene Latte. Im Grunde sehenswert.

In der 56. Minute erneut Gefahr: Reiter verlängert einen in den Strafraum gesegelten Freistoß über das Tor der Innsbrucker. Die bemühen sich nun um mehr Mut in der Vorwärtsbewegung. Pichlmann aber haute, nach weiter Flanke allein gelassen, über den Ball (58.). Bei allem kämpferischen Engagement kamen beide Seiten oftmals über Stückwerk nicht hinaus.

Zweiter Lapsus

In der 73. Minute lag der LASK dann wieder vorn. Das ließ sich kaum vermeiden, denn Dovedan war nach einem Corner völlig ungedeckt, und der nach Körpergröße kleinste Linzer köpfelte auch sehr schulmäßig das 1:2 in die Maschen.

Beinahe eine Duplizität der Ereignisse: Der sehr engagierte Riemann schrammte mit einem feinen Volley nach Gründler-Flanke nur knapp am erneut postwendenden Ausgleich vorbei (74.). Das Bemühen um einen solchen war aufseiten der Schwarz-Grünen auch weiterhin klar ersichtlich. Die Elf kämpfte. Ein versuchter Drehschuss Pichlmanns geriet zum Roller (86.), Riemann traf nach Vorlage von Säumel immerhin das Außennetz (87.). Insgesamt kam Wacker aber doch zu selten zum Abschluss.

Und so blieb es beim Erfolg des Linzer Aufstiegsfavoriten, auch wenn der an diesem Abend nicht immer überzeugen konnte. Mit sieben Punkten aus den bisher drei Spielen der jungen Saison steht man nicht gerade schlecht da. (Michael Robausch – 3.8.2015)

Erste Liga, 3. Runde:
Wacker Innsbruck – LASK Linz 1:2 (1:1) Tivoli-Stadion, 4.300. SR Trattnig.

Tore: Riemann (28.) bzw. Kerhe (24.), Dovedan (73.)

  • Oliver Glasner hatte vor dem Spiel gemeint, ein Goal mehr als der Gegner nach Abpfiff wäre ihm genehm. Der LASK-Trainer dürfte zufrieden sein.
    foto: apa/furtner

    Oliver Glasner hatte vor dem Spiel gemeint, ein Goal mehr als der Gegner nach Abpfiff wäre ihm genehm. Der LASK-Trainer dürfte zufrieden sein.

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