Thiem: Schwergewicht, weil Leichtgewicht

3. August 2015, 17:49
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Der abgespeckte Gstaad-Triumphator ist die Nummer eins beim Tennisturnier in Kitzbühel

Kitzbühel – Nach einer siebenstündigen Autofahrt von Gstaad ist Dominic Thiem Sonntagnacht in Kitzbühel eingetroffen. Montagmittag sprach der 21-Jährige über seine Siege, seine Erfolge. Bei den Generali Open ist er topgesetzt, das freut ihn, freut Turnierdirektor Alexander Antonitsch. Vor zwei Wochen hatte Thiem Kitzbühel nach dem so unerfreulich verlaufenen Daviscup gegen die Niederlande gesenkten Hauptes verlassen. Nun strahlte er zwei Turniersiege später (Umag, Gstaad), im Tennis geht es manchmal schneller als im Leben.

Er ist die Nummer 21 in der Rangliste. "Sicher eine erfreuliche Nachricht. Aber ich denke, dass das Tennis so schnell weitergeht, dass man gar nicht so viel Zeit hat, auf die Rangliste zu schauen." Thiem fühlt sich körperlich fit. Und mental sei er logischerweise bestens beisammen. "Das Quäntchen Glück, das ich jetzt in Umag und Gstaad gehabt habe, hat mir beim Davis Cup gefehlt."

Drei Titel in einem Jahr, die Premiere fand Ende Mai in Nizza statt, habe er natürlich nicht erwartet. Mit ein Grund sei der Gewichtsverlust. "Ich habe abgenommen, was sehr geholfen hat und mich die harten Matches besser wegstecken lässt." Bis zu sechs Kilogramm an Kampfgewicht hat Thiem verloren, dank des Weglassens von Süßigkeiten und bestimmten Kohlenhydraten.

Auch sein Coach Günter Bresnik sieht darin einen "sehr wichtigen" Baustein. "Er ist fitter geworden, ohne dass er konditionell auf dem Laufband viel gemacht hätte, weil er seinen Körper weniger traktiert. Das macht er komplett selbstständig und beschäftigt sich damit."

Bresnik hatte nach dem Daviscup gemeint, "dass es mich nicht wundern würde, sollte er in den nächsten drei Wochen eines von den Turnieren gewinnen. Dass er dann zwei hintereinander gewinnt, hab ich nicht gedacht."

Thiem hat jene ATP-Statistik registriert, die ihn gemeinsam mit großen Namen wie Novak Djokovic (6 Saisontitel), Roger Federer (4), Rafael Nadal (3), Andy Murray (3), Stan Wawrinka (3) und David Ferrer (3) als einen jener Spieler auswirft, die 2015 die meisten Titel holten. "Djokovic hat zwei Grand Slams gewonnen, Federer 500er-Turniere, das ist schon eine andere Liga als die 250er." In Kitz startet er gegen Andreas Haider-Maurer oder Joao Sousa. (APA – 3.8. 2015)

  • Am Center Court: Dominic Thiem.
    foto: apa/fohringer

    Am Center Court: Dominic Thiem.

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