Outreach: Sehnsucht nach dem Simplen

4. August 2015, 09:00
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Das Outreach-Jazzfestival in Schwaz startet am Donnerstag. Mehrere Künstler widmen sich einem Salzburger Wunderknaben

Schwaz – Die Welt ist kompliziert geworden. Da leiden auch Musikkritiker, deren alte Genreschubladen und Ordnungssysteme allzu oft nicht mehr passen. Wo Grenzen verschwimmen, gewinnt die Freiheit, wo aber alles schwimmt, geht einiges unter.

"Simplicity – Most Wanted" heißt das Motto des 23. Outreach-Jazzfestivals in Schwaz in Tirol. Gewollt wird mehr Einfachheit, so die musikalische Zeitdiagnose des Festivalgründers und Kurators Franz Hackl. Und wer sollte das besser wissen als der Jazztrompeter von Weltrang, der seit Jahren zwischen New York und Tirol pendelt. Das Einfache sucht man im Barock, genauer bei Mozart. Und so widmen sich mehrere Künstler des Festivals dem Salzburger Wunderknaben. Eröffnet wird am Donnerstag mit einem Konzert des eigens gegründeten Kammerorchesters Reach-out Baroque. Sechs Barockmusiker und Franz Hackl selbst verbinden Originalklang auf Originalinstrumenten mit der Klangsprache des Jazz und der Volksmusik.

Jazz, Pop, Klassik

Außerdem: Das junge Jazzquartett New Dress aus Hannover, die Scruffy Herberts und drei Musiker der Tiroler Formation HI5. Die Sängerin und Tänzerin Ethel Calhoun beschließt den Eröffnungstag mit einem James-Brown-Tribut.

Am Freitag betritt das Posaunistenurgestein Craig Harris (USA) barocken Boden und sucht mit Hackl und Reach-out Baroque den Dialog. Hackl steht danach auch noch mit dem Trio B3, Aleks Petrov und der norwegischen Sängerin Rebekka Bakken auf der Bühne.

Der Samstag wird zunächst poppig, wenn die Sängerin Chanda Rule und die Gitarristin Jane Getter dem Mythos Billie Holiday nachspüren und der Pianist Yaron Herman seine klaren Melodien auspackt. Am Ende heißt es zurück zur Klassik, denn der Hornist John Clark (USA) nimmt mit seinem The Odd Couple Quintet die Mozartkugel auf und spielt sie weiter zum Por Ché Ne Trio, das sich in klassischer Jazzbesetzung an dem Komponisten reibt. Ob das so einfach wird? (Stefan Weiss, 4.8.2015)

Outreach-Jazzfestival 6. bis 8. August

www.outreachmusic.org

  • Wo Grenzen verschwimmen, gewinnt die  Freiheit: Franz Hackl, Pendler zwischen New York und Tirol, Jazztompeter  von Weltrang und Outreach-Festival-Gründer.
    foto: der standard

    Wo Grenzen verschwimmen, gewinnt die Freiheit: Franz Hackl, Pendler zwischen New York und Tirol, Jazztompeter von Weltrang und Outreach-Festival-Gründer.

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