Kosovos Außenminister Thaçi mit Flaschen beworfen

3. August 2015, 16:51
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Aus Protest gegen geplantes Kriegsverbrechertribunal

Prishtina – Kosovos Vizepremier und Außenminister Hashim Thaçi hat am Montag im Stadtzentrum Prishtinas die Wut einer Gruppe von etwa 50 Kriegsveteranen zu spüren bekommen, die vor dem Parlament gegen die geplante Bildung eines Sondergerichtes für Kriegsverbrechen protestierten. Thaçi wurde laut Medienberichten mit Flaschen beworfen und mit "Dieb, Dieb"-Rufen empfangen.

Das kosovarische Parlament diskutiert seit Stunden erneut über eine Verfassungsänderung, welche die Bildung des Sondergerichtes ermöglichen soll. Dieses soll sich mit Kriegsverbrechen von Angehörigen der Kosovo-Befreiungsarmee UÇK zwischen 1998 und 2000 befassen. Die Opposition widersetzt sich der Verfassungsänderung, dagegen sind auch mindestens zwei Abgeordnete der PDK Thaçis.

Ende Juni hatte das Parlament bereits einmal über die Verfassungsänderungen abgestimmt. Damals waren diese aber lediglich von 75 Abgeordneten unterstützt worden, notwendig ist jedoch eine Dreiviertelmehrheit, also 81 Stimmen. (APA, 3.8.2015)

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