Israel billigt härtere Verhörmethoden gegen jüdische Extremisten

3. August 2015, 16:19
25 Postings

Innenminister: Sicherheitskabinett gab grünes Licht

Jerusalem – Nach dem Brandanschlag auf eine palästinensische Familie hat Israel härtere Verhörmethoden auch gegen jüdische Verdächtige genehmigt. Das Sicherheitskabinett habe grünes Licht etwa für gewaltsames Schütteln bei Verhören gegeben, sagte der Minister für Innere Sicherheit, Gilad Erdan, am Montag. Bisher waren solche Methoden nur bei Verhören palästinensischer Terrorverdächtiger zulässig.

"Das Sicherheitskabinett hat den Diensten erklärt: Alle Methoden sind koscher", sagte Erdan. "Eine Verhörmethode wie Tiltul oder irgendetwas, das gemacht wird, wenn es um palästinensische Terroristen geht – dasselbe muss getan werden, wenn es um einen jüdischen Terroristen geht", sagte Erdan im Rundfunk. Tiltul, das hebräische Wort für gewaltsames Schütteln eines Verdächtigen, war 1999 vom Obersten Gerichtshof verboten worden. Allerdings gibt es Sicherheitsexperten zufolge zulässige Ausnahmen.

Verwaltungshaft

Am Sonntag war bekannt gegeben worden, dass die umstrittene Verwaltungshaft ab sofort auch gegen Juden angewendet werden kann. Damit können Verdächtige über lange Zeiträume ohne Prozess inhaftiert werden.

Bei dem Brandanschlag bei Nablus kam am Freitag ein 18-monatiges Kind ums Leben. Sein Bruder und seine Eltern erlitten schwere Verletzungen. Die Tat wird extremistischen jüdischen Siedlern zugeschrieben. (APA/Reuters, 3.8.2015))

Share if you care.