Petition gegen eingetragene Partnerschaften

3. August 2015, 13:10
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Katholische Verbände machen gegen die Pläne von Italiens Premier Matteo Renzi zur Legalisierung von Lebensgemeinschaften mobil

Rom – Mit dem Slogan "Wir verteidigen unsere Kinder!" ist in Italien ein Bürgerkomitee entstanden, das mit einer gesamtstaatlichen Petition Unterschriften gegen eingetragene Lebenspartnerschaften – heterosexuelle und gleichgeschlechtliche – sammelt. Der von der Regierung Renzi unterstützte Gesetzentwurf, der laut den Plänen des Premiers noch in diesem Sommer verabschiedet werden soll, sieht unter anderem vor, dass Lesben oder Schwule das Kind ihrer Partnerinnen oder Partner adoptieren können.

"Gegen diesen Gesetzentwurf, der am Fundament der traditionellen Familie rüttelt, werden wir Unterschriften im Internet und auf den Hauptplätzen der italienischen Städte sammeln", sagt Massimo Gandolfini, Präsident des Bürgerkomitees. Laut Gandolfini würden Homosexuelle schon genug Rechte genießen, ihre Beziehungen ohne Diskriminierung leben können. Daher bräuchte es keine öffentliche Anerkennung ihrer Lebenspartnerschaft.

Fehlender Schutz für Homosexuelle

Italien ist eines der wenigen EU-Länder, in denen gleichgeschlechtliche Partnerschaften rechtlich nicht anerkannt sind – obwohl viele Kommunen unter der Hand bereits Schwule und Lesben trauen. Bisher scheiterten Pläne für die Einführung eingetragener Lebenspartnerschaften am Protest konservativer Gruppierungen.

Vergangene Woche hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Italien wegen Verletzung der Rechte von drei homosexuellen Paaren verurteilt. Das Straßburger Gericht hatte in einem Urteil festgestellt, dass Italien gegen Artikel 8 und 12 der Europäischen Menschenrechtskonvention verstoße, weil rechtliche Anerkennung und rechtlicher Schutz für Lesben- und Schwulenpaare fehlten. Der Gerichtshof gab damit der Klage von drei homosexuellen Paaren aus Mailand und Trient statt. (APA, 29.7.2015)

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