Jemen: Regierungstruppen nehmen Militärstützpunkt ein

3. August 2015, 11:59
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40 Quadratkilometer großes Areal – Huthi-Rebellen halten nach wie vor Hauptstadt Sanaa

Aden – Im Jemen haben regierungstreue Truppen nach eigenen Angaben mit der Einnahme des Militärstützpunktes Al-Anad ihren zweiten bedeutenden Sieg über die Huthi-Rebellen errungen. Nach heftigen Kämpfen sei die Eroberung des größten militärischen Komplexes im Land abgeschlossen, teilte Brigadegeneral Fadel Hassan am Montag mit.

Seine Soldaten würden das 40 Quadratkilometer große Areal nach versprengten Rebellen durchkämmen. Die Aufständischen seien zu Hunderten aus dem Stützpunkt nördlich der Hafenstadt Aden geflohen. Mit dem Zurückdrängen der Huthi-Rebellen aus Aden und der Umgebung der Hafenstadt war den Kämpfern des ins Exil geflohenen Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi ein erster militärischer Erfolg gelungen.

Erst seit der Intervention von Saudi-Arabien und seiner Verbündeten aufseiten Hadis Ende März konnte der Vormarsch der Huthi gestoppt werden. Neben der Unterstützung durch die saudi-arabische Luftwaffe trägt auch die Aufrüstung der regierungstreuen Truppen zu deren Erfolgen bei.

Die vom Iran unterstützten Huthi halten noch immer die Hauptstadt Sanaa und kontrollieren weite Teile des Landes. In dem Konflikt wurden nach UN-Schätzungen bisher fast 4.000 Menschen getötet. 1,2 Millionen Menschen wurden innerhalb ihres Heimatlandes vertrieben. Mehr als 20 der 25 Millionen Einwohner sind auf Hilfe angewiesen, sechs Millionen Jemeniten droht unmittelbar der Hungertod.

Bereitschaft zu politischer Lösung

Der Anführer der Houthi-Rebellen im Jemen hat die Bereitschaft zu einer politischen Lösung des Konflikts bekräftigt. "Eine politische Lösung ist immer möglich", sagte Abdel-Malek al-Houthi in einer Ansprache, die in der Nacht auf Montag von seinem Fernsehsender Al-Massira übertragen wurde.

Der Anführer der offiziell Ansarullah ("Unterstützer Gottes") genannten schiitischen Bewegung zeigte sich offen für Vermittlungen einer "neutralen arabischen oder internationalen Partei". Der Verlust der südlichen Hafenstadt Aden durch seine Kämpfer wertete Houthi als vorübergehenden Rückschlag.

Houthi äußerte sich am Vorabend eines Treffens zwischen dem US-Außenminister John Kerry und seinen Kollegen der arabischen Golfmonarchien in Katars Hauptstadt Doha. Bei dem Treffen soll neben dem Atomabkommen mit dem Iran auch die Lage im Jemen zur Sprache kommen.

Eskalation im Jännmer

Im Jemen war der seit Jahren schwelende Konflikt zwischen den Houthi-Rebellen und der Zentralregierung im Jänner eskaliert, als die schiitischen Aufständischen aus dem Norden des Landes mithilfe verbündeter Armee-Einheiten die Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle brachten.

Als sie auf Aden vorrückten, floh Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi nach Saudi-Arabien und bat das Königreich um Hilfe. Riad startete daraufhin Ende März mit arabischen Verbündeten Luftangriffe, um Hadi zurück an die Macht zu bringen. Houthi wies am Montag die Darstellung Saudi-Arabiens zurück, dass die Intervention notwendig zur Sicherung der eigenen Grenze wäre.

"Um eure Sicherheit zu gewährleisten, müsst ihr das Prinzip guter Nachbarschaft achten", sagte der Rebellenführer. Mit ihren "Verbrechen" würden die Saudi-Araber "eine Gefahr für den Jemen darstellen". (APA, 3.8.2015)

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