Performance-Hoffnung: Was Windows 10 für PC-Spieler bringt

3. August 2015, 11:07
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Erste Tests zeichnen ein sehr positives Bild – der große Sprung wird mit DirectX 12 erwartet

Mit kostenlosem Upgrade und neuen Features will Microsoft so rasch wie möglich seine Kunden zum Umstieg auf Windows 10 bewegen. Allen voran auch die technikaffine PC-Spielerschaft, der die man mit einer Mischung aus exklusiven neuen Features und dem Versprechen für mehr Leistung für das neue Betriebssystem gewinnen will.

Seit Ende Juli ist Windows 10 bereits erhältlich, erste Performance-Analysen zeigen, ob sich der Umstieg bereits jetzt schon lohnt.

Leistung und Kompatibilität

Die gute Nachricht: Spieler, die jetzt schon auf Windows 10 umsteigen wollen, können mit gleicher bis vereinzelt leicht besseren Gaming-Performance rechnen, als unter Windows 7 und 8. Wie Benchmarks der Seite Dualshockers zeigen, kitzelt das neue Betriebssystem bei aktuellen Titeln mitunter zwei bis drei Bilder pro Sekunde mehr heraus. Digital Trends und Gamestar kommen zu übereinstimmenden Ergebnissen. Ebenso positiv: Bestehende Games sind bis auf wenige Ausnahmen uneingeschränkt kompatibel mit Windows 10. Eine von Usern gepflegte Kompatibilitätsliste in den Microsoft-Foren weis bei mehr als 330 überprüften Spielen weniger als 20 Problemfälle auf, wobei es sich hier großteils um unbekanntere Werke handelt. Kleinere Mängel können jedoch auch bei Blockbustern vorkommen.

"Grundsätzliche Kompatibilitätsprobleme begegneten uns in unserem Test mit 30 Spielen nicht. Nur 'Call of Duty: Advanced Warfare' zeigte sich auf unserer Benchplattform störrisch und verweigerte sich dem Performance-Vergleich mit Windows 7 und 8 mit einem Absturz beim Laden des Levels. Auf einem anderen System funktionierte der Shooter dagegen einwandfrei", schreibt die Seite PC Games. "Weitere kleine Probleme konnten wir bei 'Assassin's Creed: Unity' entdecken. Der Action-Titel zeigte auf unserem Benchsystem mit AMD-GPU ein leichtes Texturflackern. Das ist nicht zwingend Windows 10 anzulasten, sondern könnte auch auf ein Treiberproblem hindeuten. Zudem lief auch dieses Spiel auf einem zweiten System ohne Probleme."

foto: digital trends
Windows 10 holt in einigen Fällen ein paar mehr Bilder pro Sekunde bei aktuellen Games heraus. Der große Leistungssprung wird allerdings erst mit den ersten DirectX 12-Games erwartet.

Warten auf den DirectX 12-Boost

Einen gravierenden Sprung sollte man sich aber nicht vor den ersten Games erwarten, die die neue und Windows-10-exklusive Grafikschnittstelle DirectX 12 unterstützen. Die positive Nachricht hier ist, dass die Wartezeit nicht allzu lang ausfallen dürfte.

"Zum Release von Windows 10 profitiert man als Spieler also noch nicht von der neuen Schnittstelle, allerdings wird sich das sehr viel schneller ändern als bei früheren DirectX-Versionen, die immer auch neue Grafikkarten voraussetzten. Da DirectX 12 größtenteils nur ein performance-optimiertes DX11 ist, sind bereits jetzt alle halbwegs aktuellen Grafikkarten zu DX12 kompatibel, zumindest was die Performance-Verbesserungen angeht. Dazu gehören alle Geforce-Karten ab der GTX-400-Serie sowie alle Radeons ab der HD-7000-Reihe", schreibt Gamestar. Mit den ersten DirectX 12-Titeln sei Ende 2015 zu rechnen. Mehr und direktere Kontrolle über Hardware-Ressourcen versprechen laut Microsoft und einigen Entwicklern, die bereits mit der neuen Schnittstelle arbeiten, optimiertere PC-Spiele.

bild: microsoft
Windows 10 übernimmt einige Xbox-One-Funktionen und erlaubt auch das Streamen von Konsole auf PC.

Neue Features

Den Umgang mit Spielen am PC komfortabler machen will Microsoft mit der Integration einiger Xbox-Features. So bietet die mitgelieferte Xbox-App Aufnahmefunktionen für Spielvideos und Screenshots und soll künftig auch ermöglichen, PC-Spiele über das Heimnetzwerk auf eine Xbox One zu streamen, um diese etwa im Wohnzimmer spielen zu können. Eine Funktion, die beispielsweise auch Valves "Steam Link"-Streaming-Box bietet. Schon jetzt kann man Games von einer XBO auf den PC streamen, Maus-und-Tastatur-Steuerung wird jedoch bis auf weiteres nicht unterstützt.

Laut den Fazits der Tester spreche aus Spielersicht zum Start wenig gegen den Wechsel auf Windows 10. Wer mit seinem aktuellen Set-up allerdings zufrieden ist, könne auch noch getrost warten, bis PC-Spiele bzw. Spielhersteller den Generationssprung auf DirectX 12 gemacht haben. (zw, 3.8.2015)

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