Drei spätneolithische Skelette in Stuttgart entdeckt

3. August 2015, 07:00
1 Posting

Menschliche Überreste auf der "Stuttgart-21"-Baustelle weisen typische jungsteinzeitliche Bestattungsform auf

Stuttgart – Auf der Baustelle des Bahnprojektes "Stuttgart 21" (S-21) sind Arbeiter auf vermutlich Jahrtausende alte menschliche Überreste gestoßen. Für die Stuttgarter Innenstadt könnten sie der erste steinzeitliche Fund sein, wie die "Stuttgarter Zeitung" unter Berufung auf Landesarchäologe Andreas Thiel berichtete.

Die drei Gräber mit Skeletten könnten aus der Zeit zwischen 5.500 und 2.000 vor unserer Zeitrechnung stammen und damit aus der Endphase des Neolithikums. Nun müssten Experten die Vermutung überprüfen. Laut dem S-21-Kommunikationsbüro hatten die Funde und deren Bergung keinen Einfluss auf die Arbeiten am Durchgangsbahnhof, wie es in dem Bericht heißt.

Charakteristische Bestattung

Die Archäologen konnten bisher keine Grabbeigaben oder weitere Funde entdecken, die auf das Alter der Gräber schließen ließen. Als Hinweis diene aber die Form der damals in Süddeutschland als "Hockergrab" bekannte, typischen Bestattung: "Die Toten waren auf der Seite liegend mit angewinkelten Armen und Beinen beigesetzt worden."

Seit fast einem Jahr begleiten Mitarbeiter des Landesamts für Denkmalpflege den Erdaushub für den Neubau des Hauptbahnhofs. In den unterschiedlichen Baufeldern stießen sie immer wieder auf Funde aus den Zeiten der alten Römer, der Völkerwanderung und der Renaissance. (APA/red, 3.8.2015)

  • Eines der typischen "Hockergräber", die auf dem Baugelände des künftigen Bahnhofs Stuttgart-21 entdeckt wurden. Die Bestattungsform weist auf ein Alter der Funde von 4.000 bis 7.5000 Jahren hin.
    foto: landesdenkmalamt / s. papadopoulos

    Eines der typischen "Hockergräber", die auf dem Baugelände des künftigen Bahnhofs Stuttgart-21 entdeckt wurden. Die Bestattungsform weist auf ein Alter der Funde von 4.000 bis 7.5000 Jahren hin.

Share if you care.