Anschlag auf Gay Pride: Trauer in Israel nach Tod von 16-Jähriger

3. August 2015, 08:25
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Israels Regierung verschärft Vorgehen gegen jüdische Extremisten. Nach einem Brandanschlag auf eine palästinensische Familie gab es neue Proteste

Jerusalem – In Israel haben hunderte Menschen der 16-Jährigen gedacht, die nach einer Messerattacke bei einer Homosexuellenparade in Jerusalem gestorben ist. In mehreren Orten versammelten sich am Sonntagabend Trauernde und zündeten Kerzen an. Ein ultraorthodoxer Jude hatte bei der Parade am Donnerstag sechs Menschen niedergestochen, darunter die 16-Jährige.

Die junge Frau erlag am Sonntag ihren schweren Verletzungen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach der Familie des Opfers sein Beileid aus. "Wir werden nicht zulassen, dass dieser abscheuliche Mörder die grundlegenden Werte der israelischen Gesellschaft untergräbt", hieß es in einem Kondolenzschreiben.

Nicht die erste Tat

Der festgenommene Täter war erst kurz zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden. Dort hatte er nach einer Messerattacke auf Teilnehmer einer ähnlichen Parade 2005 zehn Jahre Haft verbüßt.

Am Freitag erschütterte ein weiterer Anschlag das Land: Militante Siedler hatten das Haus einer palästinensischen Familie im Westjordanland angezündet. Ein 18 Monate altes Kind starb an Brandverletzungen, weitere Familienmitglieder wurden lebensgefährlich verletzt.

Netanjahu kündigte bei einer Kabinettssitzung am Sonntag eine Politik der "Nulltoleranz" gegen Hassverbrechen an. "Wir sind entschlossen, mit aller Kraft gegen das Phänomen des Hasses, des Fanatismus und des Terrorismus von jeglicher Seite anzukämpfen", sagte er. (APA, 2.8.2015)

  • Trauer in Israels Hauptstadt Jerusalem nach dem Tod einer 16-Jährigen.
    foto: epa / abir sultan

    Trauer in Israels Hauptstadt Jerusalem nach dem Tod einer 16-Jährigen.

  • Sicherheitskräfte versuchen den Messerangriff des ultraorthodoxen Juden Yishai Schlissel auf Teilnehmer der Homosexuellenparade zu stoppen.
    foto: ap/scheiner

    Sicherheitskräfte versuchen den Messerangriff des ultraorthodoxen Juden Yishai Schlissel auf Teilnehmer der Homosexuellenparade zu stoppen.

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