Paris und London erklären Flüchtlingssituation in Calais zur Priorität

2. August 2015, 10:46
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Innenminister beider Länder veröffentlichten gemeinsamen Beitrag

Paris/London – Frankreich und Großbritannien haben die Beilegung der Flüchtlingskrise am Eurotunnel in Calais zur obersten Priorität ihrer Politik erklärt. Die Regierungen beider Länder seien "entschlossen", das Problem "gemeinsam zu lösen", schrieben der französische Innenminister Bernard Cazeneuve und seine britische Kollegin Theresa May in einem gemeinsamen Beitrag.

Dieser wurde am Sonntag in der französischen Zeitung "Journal du Dimanche" sowie im britischen "Telegraph" veröffentlicht. Cazeneuve und May hatten sich am Dienstag in London getroffen. Nach den Gesprächen kündigte die britische Ministerin an, umgerechnet zehn Millionen Euro zusätzlich für die Grenzsicherung bereitzustellen. Seit Wochen versuchen nahe dem französischen Calais immer wieder hunderte Migranten, nachts zum Eurotunnel vorzudringen, um an Bord von Güterzügen nach Großbritannien zu gelangen. Mitunter zählten die Behörden pro Nacht 2.000 abgewehrte Versuche.

Nach der Verstärkung des Sicherheitsaufgebots vor dem Eurotunnel nahm die Zahl der Fluchtversuche deutlich ab. In der Nacht auf Samstag wurden der Polizei zufolge etwa 300 Versuche von Flüchtlingen registriert, die Absperrungen zu überwinden. Cazeneuve und May sprachen mit Bezug auf die neuen Maßnahmen von einem "klaren Signal": "Unsere Grenzen sind sicher." Es gebe keinen einfachen Weg nach Großbritannien. Die Welt leide unter einer "globalen Flüchtlingskrise" – diese könne aber nicht von Frankreich und Großbritannien allein geschultert werden. (APA, 2.8.2015)

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