Fünf tote Flüchtlinge auf Schlauchboot vor Italien

2. August 2015, 10:03
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Sechs Schlepper in Messina festgenommen – Marine im Dauereinsatz

Rom – An Bord eines Schlauchbootes wurden am Samstag die Leichen von fünf Flüchtlingen entdeckt, die bei der Überfahrt ums Leben gekommen waren. Noch unklar ist die Todesursache, berichteten italienische Medien. Insgesamt 20 tote Migranten und tausende gerettete Flüchtlinge ist die Bilanz des Einsatzes der italienischen Küstenwache in den vergangenen sieben Tagen.

Ein Schiff mit 435 Flüchtlingen und den Leichen von zwei Migranten traf am Samstagnachmittag in Cagliari auf Sardinien ein. Die Migranten gehörten zu einer Gruppe von 1.230 Menschen, die vom Schiff Sirio der italienischen Marine unweit der libyschen Küste in Sicherheit gebracht wurden. Sie befanden sich an Bord von zwei Schlauchbooten und drei Fischerbooten. Die Leichen wurden an Bord eines Bootes mit 245 Migranten entdeckt.

Am Montag waren bereits die Leichen von weiteren 13 Migranten geborgen worden. Sie befanden sich in einem Boot mit 522 Menschen an Bord, die in Sicherheit gebracht wurden.

Mutmaßliche Schlepper festgenommen

Allein seit Samstag wurden 1.780 Migranten von italienischen Schiffen in libyschen Gewässern in Sicherheit gebracht. Die Schiffe der italienischen Marine mit den Migranten an Bord werden in Sizilien erwartet. In Messina wurden sechs mutmaßliche Schlepper festgenommen.

In diesem Jahr haben Schätzungen zufolge bisher etwa 150.000 Flüchtlinge Europa auf dem Seeweg erreicht. Bei der versuchten Überfahrt sind mehr als 1.900 Menschen gestorben, zwei Mal so viele wie im Jahr zuvor. Die meisten Flüchtlinge aus den Nahen Osten und Afrika brechen von Libyen aus auf.

Italien rechnet damit, dass der massive Migrationsstrom über das Mittelmeer auch 2016 anhalten wird. Die Regierung in Rom sei derzeit bemüht, weitere 10.000 Unterkünfte für die Flüchtlinge zu finden, die in den letzten Wochen in Italien eingetroffen sind, berichtete die Regierung. Italien versorge zurzeit 86.000 Flüchtlinge. (APA, 2.8.2015)

  • 20 Menschen konnten nur noch tot geborgen werden (Symbolfoto).
    foto: ap photo / francesco malavolta

    20 Menschen konnten nur noch tot geborgen werden (Symbolfoto).

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