Dreißig Festnahmen bei Neonazidemo in Finnland

1. August 2015, 23:11
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Rechtsextreme attackieren Passanten und stürmten Warenhaus

Jyväskylä – In der mittelfinnischen Universitätsstadt Jyväskylä hat am Samstag eine Kundgebung der neonazistischen "Finnischen Widerstandsbewegung" (Suomen Vastarintaliike – SVL) zu gewalttätigen Ausschreitungen geführt. Die Polizei nahm über 30 Rechtsextremisten fest, nachdem diese laut Medienberichten Passanten misshandelt und ein Kaufhaus gestürmt hatten.

Die Demo und die daraus resultierenden Ausschreitungen stehen möglicherweise im Zusammenhang mit eine Äußerung des rechtspopulistischen Parlamentariers Olli Immonen ("Partei der Finnen"), der seinen Traum von einer "starken und tapferen Nation" und deren Kampf gegen den "multikulturellen Albtraum auf Facebook verbreitet hatte. Daraufhin demonstrierten vergangenen Dienstag in Helsinki über 10.000 Menschen friedlich für eine multikulturelle Gesellschaft in Finnland.

Innenminister überrascht

Innenminister Petteri Orpo zeigte sich von dem Vorfall überrascht. Er verurteilte die Krawalle und lobte den Einsatz der Polizei. Orpo schätzte die Anzahl der innerhalb der SVT aktiven Personen auf "mehrere Hundert". Die Gruppe sei daher als marginal einzustufen, so der Minister. Es gelte dennoch, die rechte Szene in Zukunft genauer zu überwachen.

Seit April dieses Jahres wird Finnland von einer von der liberal-konservativen Zentrumspartei geführten Rechtskoalition regiert. Dieser gehört unter anderem die "Partei der Finnen" (Perussuomalaiset, oft auch mit "Wahre Finnen" übersetzt) an. (APA, 1.8.2015)

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