Olympia 2022 in Peking: Noch einmal Megaspiele

Kommentar31. Juli 2015, 17:43
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IOC-Präsident Thomas Bach will dem Gigantismus einen Riegel vorschieben

Peking darf die Olympischen Winterspiele 2022 ausrichten. Kein Grund zum Jubeln. Peking hat vieles nicht. Aber es hat Geld. Mehr als drei Milliarden Euro betrug das Bewerbungsbudget. Sotschi hatte für die Spiele 2014 mit 1,1 Milliarden Euro geplant. Die Kosten für die Hochgeschwindigkeitsbahnen zwischen den Sportstätten in China kommen noch dazu. Die Wege werden weit sein.

Wintersporttradition? Fehlanzeige. Naturschnee? Mangelware. Schnee lässt sich erzeugen. Ein riesiger Markt soll für den Wintersport erschlossen werden. Olympia hilft da. Ausländische Investoren, inklusive österreichischer, freuen sich mit. Freilich leise. Denn China hat ein Problem, wird wegen Menschenrechtsverletzungen kritisiert. Das gilt auch für Kasachstan. Almaty unterlag Peking bei der Vergabe, war der einzige Gegenspieler. Almaty hatte zumindest mehr Schnee und kürzere Wege im Angebot.

Andere Kandidaten wie München, Stockholm oder Oslo hatten schon früh zurückgezogen. Wegen des Widerstands der Bevölkerung oder zu hoher Kosten. Die klassischen Wintersportgebiete haben vorerst ausgedient, bevorzugt werden Orte, in denen massiv investiert werden muss und kann.

Immerhin, IOC-Präsident Thomas Bach will dem Gigantismus einen Riegel vorschieben. Die Bewerbung für 2022 fiel noch nicht in seine Amtszeit. Der Erfolg von Bachs "Agenda 2020" ist später zu bewerten. Es wird sich weisen, ob in Peking die vorerst letzten Megaspiele stattfinden. (Birgit Riezinger, 31.7.2015)

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