Zwangsbekehrung von Muslimen durch Christen in Zentralafrika

31. Juli 2015, 16:53
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In Gebieten ohne UN-Blauhelme kein Schutz der Religionsfreiheit

Bangui – Muslime in der Zentralafrikanischen Republik sind von christlichen Milizen dazu gezwungen worden, ihren Glauben aufzugeben oder sogar zum Christentum zu konvertieren. Dies geht aus einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hervor, der am Freitag veröffentlicht wurde.

Muslime, die im Westen des Landes in ihre mittlerweile von Christen kontrollierten Heimatgebiete zurückgekehrt seien, dürften oftmals nicht mehr öffentlich ihre Religion ausüben. Es habe auch Todesdrohungen gegeben, hieß es.

Chaos

Das christlich geprägte Land versinkt im Chaos, seit muslimische Seleka-Rebellen im März 2013 kurzzeitig die Macht an sich gerissen hatten. Seither wütet ein blutiger Konflikt.

"Nachdem sie Zehntausende Muslime aus dem Westen Zentralafrikas vertrieben haben, unterdrücken die Anti-Balaka-Milizen jetzt die religiöse Identität Hunderter Muslime, die geblieben oder zurückgekehrt sind", sagte Amnesty-Expertin Joanne Mariner. In den betroffenen Gebieten seien so gut wie keine UNO-Friedenstruppen im Einsatz, um die Bevölkerung zu schützen.

Die Muslime dürften weder beten noch ihre traditionelle Kleidung tragen, hieß es. Für den Bericht hatte Amnesty zwölf Dörfer besucht und 85 Menschen interviewt. Insgesamt sind durch den Konflikt rund eine Million Menschen vertrieben worden. (APA, 31.7.2015)

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