Auch Jim Gilmore will US-Präsident werden

31. Juli 2015, 15:24
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Als 17. Bewerber steigt der republikanische Ex-Gouverneur von Virginia in den Ring. Chancen hat der Armeeveteran, der fließend Deutsch spricht, kaum.

Pizza aus der Schachtel, Billigbier statt Chardonnay: Jim Gilmore, 17. Bewerber um die republikanische Kandidatur für das Amt des US-Präsidenten, inszeniert sich gerne als Mann, der die Sorgen und Nöte des Volkes versteht.


Im Gegensatz zu vielen seiner Konkurrenten entstammt der ehemalige Gouverneur von Virginia aber tatsächlich nicht altem Geld- oder Politadel. Als Sohn eines Fleischhauers und einer Sekretärin einer Methodistenkirche in einem Arbeiterviertel von Richmond geboren, heuerte er in den 70er-Jahren bei der US-Armee als Geheimdienstoffizier in Westdeutschland an, wo er fließend Deutsch zu sprechen lernte.

Amtszeit während 9/11

Nach seinem Jus-Studium gründete er erst eine kleine Rechtsanwaltskanzlei, bevor er 1993 zum Generalstaatsanwalt von Virginia gewählt wurde. Vier Jahre später wurde der Vater zweier Söhne Gouverneur von Virginia, wo er unter anderem die Folgen des Terroranschlags auf das Pentagon, das in seinem Heimatstaat liegt, zu bewältigen hatte.


Später leitete er eine nach ihm benannte Kommission, die den damaligen US-Präsidenten George W. Bush in Fragen der inneren Sicherheit und der Terrorismus-Bekämpfung beriet. Seit dem Ende seiner Amtszeit – in Virginia kann eine Person nur eine Amtszeit lang regieren – kommentiert er für den konservativen Sender Fox News und engagiert sich für die National Rifle Organization. Daneben fungiert er als Präsident der Free Congress Foundation, eines konservativen Thinktanks.

Ganz ad acta gelegt hat Gilmore seine politischen Ambitionen aber nie. 2006 meldete er sein Interesse auf das Präsidentenamt an, ließ aber wenige Monate später wieder davon ab. 2007 scheiterte er klar bei dem Versuch, in den Senat einzuziehen.

Er wolle Amerika wieder auf den Pfad des Erfolgs bringen, lautete die wichtigste Botschaft seines Wahlvideos, mit dem er jüngst seine Kandidatur bekanntmachte. (flon, 31.7.2015)

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