User-Wertung: "Gefühlt Mitte 20"

Umfrage10. August 2015, 11:26
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"Älterwerden ist nichts für Feiglinge", sagte bereits Mae West. Finden Sie, dass diese Problematik im Film gut wiedergegeben ist?

Eine Midlife-Crisis-Komödie. Ein Film über die Ethik in Dokumentarfilmen. Ein Film über den Generationenkonflikt zwischen der Generation X und den Millennials. Ein zynischer, gesellschaftlicher Kommentar über die moralische Verderbtheit der Jugend. Ein wehmütiger Film über verpasste Chancen und die Angst vor dem Älterwerden.

Eine thematische Eingrenzung von Noah Baumbachs neuestem Film "Gefühlt Mitte zwanzig" ist offensichtlich gar nicht so leicht.

Nach "Greenberg" und "Frances Ha" widmet er sich diesmal dem Mittvierziger-Paar Josh (Ben Stiller) und Cornelia (Naomi Watts) aus der "white, urban lower-upper-middle class" und ihrem zwiegespaltenen Leben zwischen gleichaltrigen Freunden im Jungelternglück und dem zirka 20 Jahre jüngeren, ultimativen Brooklyner Hipsterpaar Jamie (Adam Driver) und Darby (Amandy Seyfried).

Was sagen die Kritiken?

Rotten Tomatoes fasst die überwiegend positiven Kritiken des Films so zusammen: "Poignant and piercingly honest, While We're Young finds writer-director Noah Baumbach delivering some of his funniest lines through some of his most relatable characters."

Der "Guardian" widmet dem Film gleich zwei Artikel. Zum einen eine überaus positive Rezension, wonach der Film einen "Blick von außen auf die Generation der Millennials" darstelle, im Gegensatz zu etwa Lena Dunhams "Girls", der den umgekehrten Blickwinkel einnimmt. Junge Menschen seien im Film die "merkwürdigen, exotischen alienhaften Wesen", die gleichzeitig Faszination ausüben und Ängste auslösen.

Im anderen "Guardian"-Beitrag treffen sich ein älterer Kritiker und seine junge Kollegin zum Gespräch, um den Film aus den Perspektiven der dargestellten Generationen zu beleuchten. Konsens: Der Film selbst ist ein "hässliches Klischee", speziell in seiner Darstellung der Mittzwanziger. Auch das "reaktionäre Ende" wird kritisiert, da das Glück letztendlich doch in der Elternschaft liegt.

Die "Zeit" hingegen feiert Baumbach als würdigen Woody-Allen-Nachfolger und findet, dass die "Nuancen der Selbstverleugnung, die mit einer uneingestandenen Midlife-Crisis einhergehen", noch selten derart genau und humorvoll herausgearbeitet wurden.

Neben dem Generationenkonflikt spielt laut "New York Times" auch das Genderthema eine Rolle. Trotz der generell positiven Kritik wird bemängelt, dass die Frauenfiguren ungenau und skizzenhaft gezeichnet seien. Männern bleibt der Ehrgeiz, Filme zu machen, vorbehalten, "Frauen machen Eis und bekommen Babys". Hier liegt gleichzeitig ein Konsens der meisten Kritiker – in der Geschichte stehen klar die beiden männlichen Hauptfiguren Josh und Jamie und ihre "Bromance" im Mittelpunkt.

Was ist Ihre Meinung zum Film?

Im "Spiegel"-Interview sagt Noah Baumbach: "Rational ist Älterwerden ja kein besonders schwer verständliches Konzept, es emotional zu verstehen ist der schwierige Teil." Bildet der Film Ihrer Meinung nach die Unterschiede zwischen den Generationen und das Älterwerden ehrlich ab? Konnten Sie sich selbst in dem einen oder anderen Charakter und seinen Ängsten und Krisen wiederfinden? Wie reihen Sie den Film in die bisherigen Werke Baumbachs ein? (aan, 10.8.2015)

Zur Standard-Rezension:

"Gefühlt Mitte zwanzig": Der schnell verderbliche Charme junger Leute

Filmforum

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    foto: ap/jon pack

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