NSA-Affäre: US-Geheimdienst spionierte auch Japan aus

31. Juli 2015, 12:49
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Regierungsmitglieder und Unternehmen als Abhörziele

Washington/Tokio – Der US-Geheimdienst NSA hat laut Enthüllungen der Internet-Plattform Wikileaks auch in Japan hochrangige Politiker und Unternehmen ausspioniert. Neben Regierungsmitgliedern seien auch der Zentralbankchef und Firmen wie Mitsubishi abgehört worden, berichtete Wikileaks am Freitag.

In den Dokumenten, die Wikileaks im Internet veröffentlichte, wird eine Abhörmaßnahme gegen Ministerpräsident Shinzo Abe nicht ausdrücklich erwähnt. Aber Handelsminister Yoichi Miyazawa und der Chef der Nationalbank, Haruhiko Kuroda, standen demnach auf der US-Zielliste. Die Abhöraktionen soll bis zu Abes erster Amtszeit zurückreichen, die 2006 begann.

Japanische Positionen ausspioniert

Den Unterlagen zufolge erlangten die USA durch ihre Überwachung detaillierte Kenntnisse über japanische Positionen in der Handels-, Atom- oder Klimapolitik. Laut Wikileaks waren vier Abhörberichte als geheim eingestuft, während einer an die Verbündeten Großbritannien, Australien, Kanada und Neuseeland weitergegeben werden konnte. Es gab zunächst keine offizielle Reaktion in Tokio.

In der Serie von Enthüllungen über die Abhörpraktiken des US-Geheimdienstes hatte zuletzt die Ausforschung des deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier für Empörung gesorgt. Laut Wikileaks stand auch ein Handy Steinmeiers auf der NSA-Ausspäh-Liste. Das Berliner Auswärtige Amt forderte von Washington Aufklärung. Zuvor hatte Wikileaks bereits zahlreiche Spähziele der NSA im Kanzleramt und in anderen deutschen Ministerien veröffentlicht. (APA, 31.7.2015)

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