Kim Dotcom warnt vor Filehoster Mega: "Feindliche Übernahme"

31. Juli 2015, 10:28
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Service sei mittlerweile unter der Kontrolle der neuseeländischen Regierung – Mega widerspricht

Die Bezeichnung "wechselvoll" wäre für die Geschichte des Filehosters Mega wohl noch eine gehörige Verharmlosung. Hausdurchsuchungen, ziemlich dick aufgetragene Presseauftritte und schlussendlich die kurzfristige Verhaftung der Betreiber sind dabei nur einige der "Highlights". Nun erhält dieses Drama eine neue Wendung.

Warnung

In einer Frage-und-Antwort-Sitzung mit den Nutzern von Slashdot warnt Gründer Kim Dotcom nun vor der Nutzung von Mega. Der Service sei mittlerweile nicht mehr vertrauenswürdig, die Daten der Nutzer nicht länger sicher.

Laut eigener Darstellung ist Dotcom mittlerweile nicht mehr bei Mega involviert. Dem sei eine feindliche Übernahme durch einen chinesischen Investor vorangegangen, der nach und nach über Strohleute die Anteilsmehrheit bei Mega erreicht habe. Doch damit endet die Geschichte noch nicht: Mittlerweile seien dessen Anteile von der neuseeländischen Regierung beschlagnahmt worden. Insofern stünde Mega aktuell genaugenommen unter der Kontrolle der neuseeländischen Regierung.

Probleme

Gegenüber Torrentfreak nennt Dotcom noch weitere Details: Durch die Beschlagnahmen von Anteilen habe Mega vor einigen Monaten die Notierung an der Börse verloren. In Folge habe man kein Kapital mehr aufstellen können, um den eigentlichen Business-Plan durchzuziehen. Also stehe Mega mittlerweile vor dem Bankrott.

Eigene Alternative

Bis Ende des Jahres unterliegt Dotcom nach eigenen Angaben noch einem Wettbewerbsverbot, danach will er einen neuen Filehoster aufziehen. Und zwar Open Source und als Non-Profit-Unterfangen wie er betont. Künftig wolle er ganz auf die Spenden der Community vertrauen.

Widerspruch

Bei Mega weist man die Vorwürfe zurück: Es habe nie eine feindliche Übernahme gegeben, die Namen der Investoren seien offen einsehbar. Zur Frage des Vertrauens verweist man auf unabhängige Experten: Diese hätten den Verschlüsselungscode überprüft und keine Fehler gefunden. Die Aussagen von Dotcom seien lediglich in dessen eigenem Interesse und darauf ausgelegt seine künftigen Aktivitäten zu bewerben. (apo, 31.7.2015)

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Mega

  • Kim Dotcom will mit Mega nichts mehr zu tun haben.
    foto: apa

    Kim Dotcom will mit Mega nichts mehr zu tun haben.

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