"Kein Sommerloch" für Immo-Entwickler UBM

31. Juli 2015, 12:02
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In den vergangenen Tagen wurden gleich drei Objekte um insgesamt mehr als 150 Millionen Euro verkauft

Es war eine gute Woche für den österreichischen Immobilienentwickler UBM, denn innerhalb weniger Tage wurden gleich drei Objekte verkauft: Das Berliner Hotel andel's, das gemeinsam mit dem Immobilienentwickler Warimpex verkauft wurde, der Bürokomplex Arena Boulevard in Berlin und ein Hotel in Breslau.

"Über 150 Millionen Euro" wurden insgesamt bezahlt, so UBM-CEO Karl Bier bei einem Pressegespräch am Donnerstag: "Ein Sommerloch haben wir also nicht." Der Fokus des Entwicklers liegt auf Polen, Österreich und Deutschland und auf den Asset-Klassen Wohnen, Hotel und Büro.

In München wird das Bürohaus Trikot erst in fünf Monaten fertiggestellt – verkauft wurde es aber bereits. "Es gibt einen starken Druck vonseiten der Investoren, sich ein Produkt zu sichern, weil sie fürchten, dass es in einem Jahr noch teurer ist", so Bier. Das Bürohaus wurde zudem spekulativ errichtet. Die Zeiträume, in denen sich Mieter für einen Umzug entscheiden, würden immer kürzer, was die Planbarkeit schwierig mache, so Thomas Maier, Vorstand der UBM-Tochter Münchner Grund. "Aber jetzt rennen uns die Mieter die Türen ein."

Hotels immer beliebter

Bei Wohnimmobilien sei in den deutschen Städten "nach wie vor eine Nachfrage da", so Maier. In Städten wie München seine die Preise aber "wahnsinnig hoch". Und in Berlin müsse man aufpassen, in welchen Stadtteil man geht, weshalb Münchner Grund nur in "den guten", nämlich Berlin-West und Mitte, aktiv sei. Ein immer wichtigeres Thema für Investoren: Hotels. Derzeit würden große Hotelketten in den deutschen Markt drängen und die kleinere Konkurrenz verdrängen.

In Amsterdam ist die UBM nur am Hotelsektor aktiv: Derzeit wird am zweiten Hotel, einem Hyatt Regency, gebaut, das Ende 2016 fertiggestellt werden soll, berichtete UBM Niederlande-Geschäftsführer Ton Fransoo. Der niederländische Büromarkt sei wiederum schwierig, viel stehe leer. Dafür würden sich aber viele leerstehende Objekte künftig für eine Umnutzung – etwa in Hotels oder Wohnungen – eignen.

Mit hohen Leerstandsraten hat auch der polnische Büromarkt nach wie vor zu kämpfen – besonders in Warschau. "Das macht Druck auf den Mietpreis", so Bier. Mit einem Businesspark am Stadtrand sei man dennoch gut unterwegs, weil man billigere Mieten als in der Innenstadt bieten könne. Der Poleczki Business Park sei zu 90 Prozent vermietet und werde demnächst erweitert.

"Unsere Strategie ist aber, in Städte wie Krakau oder Breslau zu gehen, wo wir weniger Konkurrenz haben", so Bier. Vor wenigen Tagen erst wurde ein Grundstück in Krakau gekauft. Auch an den polnischen Wohnimmobilienmarkt wolle man sich nun "langsam wieder herantasten". Einzig im Bereich Retail gebe es eine Sättigung.

Spatenstich beim Hauptbahnhof

Mit der Verschmelzung der Porr-Immobiliensparte PIAG Immobilien AG und der UBM im Februar habe die UBM auch österreichische Projekte dazugewonnen, so Bier: Der Spatenstich für das Quartier Belvedere Central fand erst vor kurzem statt. Hier werden unter anderem zwei Hotels der Accor-Gruppe gebaut.

Damit auch wirklich kein "Sommerloch" aufkommt, will die UBM sich über den Sommer erstmals an einem Portfolioverkauf versuchen: "15 bis 18 Immobilien" aus den Bereichen Hotel und Büro – manche noch in Entwicklung – in Österreich, Deutschland, Frankreich und Polen werden angeboten. Die Nachfrage sei bisher gut. (Franziska Zoidl, 31.7.2015)

  • Das gemeinsam mit Warimpex entwickelte Hotel andel's in Berlin wurde vor wenigen Tagen verkauft.
    foto: warimpex

    Das gemeinsam mit Warimpex entwickelte Hotel andel's in Berlin wurde vor wenigen Tagen verkauft.

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