Flugzeugspannweite: Facebook stellt riesige Internet-Drohne fertig

31. Juli 2015, 09:55
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Kommuniziert per Laser mit über zehn Gigabit pro Sekunde – Tests sollen in einigen Monaten starten

Die Abdeckung bisher unterversorgter Landstriche mit Breitbandinternet gehört zu den großen Aufgaben, die sich einige Riesen der IT-Branche für die kommenden Jahre verschrieben haben. In Sri Lanka soll sich bald Googles Ballonprojekt "Loon" im Alltag beweisen.

Spannweite einer Boeing

Doch Facebook ist dem Suchriesen mit seiner Internet.org-Initiative auf den Fersen. Das Unternehmen von Mark Zuckerberg hat nun die erste Version seiner Internetdrohnen in der vorgesehenen Größe fertig gestellt, berichtet FastCompany.

Der autonome Flieger namens Aquila sieht aus wie ein riesiges "V" und hat mit üblichen Quadcoptern, für viele der Inbegriff von Flugdrohnen, wenig gemeinsam. Die Hardware sitzt in der Mitte, die Konstruktion besteht im wesentlichen aus einem Schaumkern der in eine Kohlefaser-Hülle eingebettet ist. Laut Entwicklern entspricht die Flügelspannweite ungefähr einer Boeing 737, liegt also bei rund 36 Metern.

Laserkommunikation mit über zehn Gbit/s

Das knapp 400 Kilogramm schwere Flugvehikel soll in einer Höhe von circa 18 bis 27,5 Kilometern operieren und den Menschen unter ihrem Signalradius von bis zu 80 Kilometer Internetzugang ermöglichen. Unter Tags sollen die Drohnen auf Maximalhöhe operieren, um ihre Batterien aufzuladen, in der Nacht geht es hinab in tiefere Gefilde.

Dazu müssen die Drohnen, die in Flotten unterwegs sein sollen, miteinander kommunizieren, um insgesamt ein möglichst großes Gebiet zu bedienen, und natürlich die Datenpakete der Nutzer durchleiten. Dafür kommt ein lasergestütztes System zum Einsatz. Mittlerweile, so sagen die Entwickler, gelingt der Datentransfer zwischen den Drohnen bereits mit über zehn Gigabit pro Sekunde.

Bald Testlauf

Die Energieversorgung läuft über Solarpanels. Bis zu 90 Tage lang soll Aquila in der Luft bleiben können, ehe sie landen und nachtanken muss. In die Luft gebracht wird sie per Ballon. Schon in wenigen Monaten sollen erste Probeläufe durchgeführt werden, das Testgebiet wird sich voraussichtlich in den USA befinden. (gpi, 31.07.2015)

  • Die erste "Aquila"-Drohne ist fertig.
    foto: reuters

    Die erste "Aquila"-Drohne ist fertig.

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