Kurdenpräsident Barzani: PKK überschätzt sich

31. Juli 2015, 11:49
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Laut dem Präsidenten der autonomen Kurdengebiete im Irak ist die PKK für die aktuelle Eskalation mitverantwortlich

Erbil – Der Präsident des autonomen Gebiets Kurdistan im Nordirak, Massoud Barzani, hat die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) mitverantwortlich für das Ende des Aussöhnungsprozesses in der Türkei gemacht.

"Dass der Friedensprozess zwischen Türken und Kurden bedroht ist, liegt nicht nur am türkischen Präsidenten Erdogan, sondern auch an Hardlinern bei der PKK, die keinen Frieden wollen", sagte er dem Münchener Magazin "Focus".

Die PKK ist in der Türkei verboten und wird von westlichen Staaten als terroristisch eingestuft. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte kürzlich einen Friedensprozess mit der PKK abgebrochen und seine Luftwaffe schwere Angriffe auf PKK-Einrichtungen im Nordirak fliegen lassen. Gleichzeitig räumte er den USA das lange verweigerte Recht ein, von der Türkei aus die sunnitische Terrormiliz IS zu bombardieren, die im Irak und in Syrien große Gebiete erobert hat.

"Die PKK überschätzt sich selbst", sagte Barzani. Das Abkommen der Türkei mit den USA werde "eine enorme Wirkung in der Region entfalten". Er befürchte aber, dass bei weiteren Kämpfen der Nordirak zum Schlachtfeld werde.

PKK-Anschlag: Zwei Polizisten erschossen

Bei einem Angriff kurdischer Aufständischer auf ein Polizeirevier in Adana im Süden der Türkei sind am Freitag zwei Rebellen und zwei Polizisten getötet worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Dogan.

Die Türkei bombardiert seit Tagen Stellungen der PKK im Norden des Irak. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte den Friedensprozess mit den Kurden für beendet erklärt.

Nach Luftangriffen der Türkei auf das PKK-Hauptquartier in den nordirakischen Kandil-Bergen, erklärte die Organisation den seit 2013 bestehenden Waffenstillstand für beendet. Die Friedensverhandlungen mit den Kurden waren von Erdogan angestoßen worden. (APA, 31.7.2015)

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