Radio: Ab Samstag neue Gemeinsamkeit – Linz an Fellners

31. Juli 2015, 07:47
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Neue Oberösterreich-Lizenz dürfte an Antenne/Ö24 gehen – Radio-Novelle erleichtert Sendern Zusammenschlüsse

Wien – Die Ö24/Antenne-Radios der Familie Fellner ("Österreich") sammeln weiter munter Lizenzen: Nach Bregenz/Dornbirn 2014 und der Obersteiermark 2014 soll in diesen Tagen der Zuschlag für eine neue Lizenz in Linz (89,2 MHZ) rechtskräftig werden. Und schon ab Samstag erschließt sich Österreichs privaten Radiomachern insgesamt eine neue Dimension.

Zwischen bundesweit – was bisher nur Kronehit schafft – und den alten Lokal- und Regionalradios wird mit 1. August ein Mittelding Gesetz: überregionale Lizenzen, die bis zu 45 Prozent der österreichischen Bevölkerung erreichen können. Mögliche Nachteile: Solche neuen, überregionalen Lizenzen erlauben keine lokale Werbung für kleinere Einheiten als Bundesländer – und mehrere überregionale dürfen sich nicht zu einer bundesweiten Lizenz zusammenschließen.

Möglichkeiten bei 88.6

"Machen wir", sagt vorerst keiner der vom STANDARD befragten Radiomacher. Am bestimmtesten noch Ralph Meier-Tanos, Geschäftsführer von 88.6, das allein in Niederösterreich auf einem guten Dutzend regelmäßig zu erneuernder Lokallizenzen sendet, zudem in Wien und im Burgenland auf regionalen.

Aber auch Meier-Tanos bleibt eher unbestimmt: "Natürlich schauen wir uns jede Möglichkeit an, die durch die Novelle entstehen kann." Eine so "weitreichende Entscheidung" wolle aber gut überlegt sein.

Diese Woche hätte sich nach STANDARD-Infos durchaus für grundlegende Debatten darüber geeignet: Die Gesellschafter von 88.6 – die Medien Union Ludwigshafen aus dem deutschen SWMH-Konzern – sollen diese Woche turnusmäßig in Wien vorbeigeschaut haben.

Arabella, Welle 1, Fellners

Radio Arabella sind weder Euphorie über die Novelle anzumerken noch Anzeichen, dort würden Lizenz-Vereinigungen schon eifrig vorbereitet. Die STANDARD-Anfrage blieb ohne greifbares Ergebnis – wie auch bei anderen Frequenzsammlern.

Stephan Prähausers Welle 1 rauscht inzwischen jugendlich über weite Teile des Landes, von Tirol über Stammland Salzburg und Kärnten nach Oberösterreich. In Tirol hat die Welle etwa mehrere Lokalfrequenzen, die sich womöglich zusammenführen ließen.

In Tirol könnten das womöglich auch diverse Lokalradios der Familie Fellner, zudem präsent in Wien (Ö24), Salzburg (Antenne Salzburg), Teilen der Steiermark, Vorarlbergs und Oberösterreichs – nun offenbar ergänzt um die Landeshauptstadt Linz. Eine Anfrage bei Niki Fellner nach Ambitionen auf überregionale Lizenzen blieb bisher unbeantwortet. Eine bundesweite Lizenz dürfte sich auch mit Linz schwer ausgehen – dafür müssen die gesammelten Lokal- und Regionallizenzen 60 Prozent der Bevölkerung technisch erreichen. (fid, 31.7.2015)

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