Jemen: Regierungstreue erobern Huthi-Stellungen bei Aden

30. Juli 2015, 17:49
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Aktivisten warfen Huthi-Verbündeten wahllose Bombardierung in Hafenstadt vor

Sanaa/Aden – Im Jemen haben regierungstreue Truppen Stellungen der Huthi-Rebellen in der Nähe der Hafenstadt Aden eingenommen. Örtliche Behörden erklärten am Donnerstag, die Kämpfer hätten mit Unterstützung durch Luftangriffe der von Saudi-Arabien geführten Allianz Muthalath al-Ilm unter ihre Kontrolle gebracht.

Die Stadt liegt östlich von Aden, von dort hätten die schiitischen Huthi-Rebellen die Hafenstadt mit Raketen beschossen. Auch mehrere Ortschaften nördlich von Aden seien von den Milizen, die sich "Südliche Widerstandskräfte" nennen, zurückerobert worden. Aden selbst hatten Milizen, die den ins Exil geflohenen Präsidenten Abd-Rabbu Mansour Hadi unterstützen, Mitte Juli von den Houthi zurückerobert.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) warf mit den Huthi verbündeten Einheiten vor, sie hätten wahllos Wohnviertel in Aden bombardiert. Allein bei einem Angriff am 19. Juli auf einen Stadtteil seien zahlreiche Zivilisten getötet worden, darunter Kinder, teilte die Organisation mit. Dabei könne es sich um Kriegsverbrechen handeln.

Zusammenschluss mehrerer Gruppen

In die jemenitischen Regierungstruppen werden indes Milizen aufgenommen, die an ihrer Seite gegen die Huthis kämpfen. Der Oberste Verteidigungsrat der jemenitischen Exil-Regierung beschloss dies am Dienstag in Saudi-Arabien, wie die regierungstreue Nachrichtenagentur Saba am Mittwoch berichtete. Bei dem Treffen unter Vorsitz vom Exil-Präsidenten Hadi sei der "mutige Beitrag zur Verteidigung der Heimat" durch die Milizen des sogenannten Volkswiderstandes gewürdigt worden, einem Zusammenschluss von für Autonomie kämpfenden Gruppen aus dem Süden.

Der Konflikt ist eskaliert seitdem die arabische Allianz unter Riads Führung Ende März begonnen hat, mit Luftangriffen gegen die Huthi-Rebellen vorzugehen. Die Militärkoalition will damit dem vertriebenen Präsidenten Hadi wieder an die Macht verhelfen. Die Huthis halten noch immer die Hauptstadt Sanaa und kontrollieren weite Teile des Landes. In dem Konflikt wurden nach UN-Schätzungen bisher fast 4.000 Menschen getötet. 1,2 Millionen Menschen wurden innerhalb ihres Heimatlandes vertrieben. Mehr als 20 der 25 Millionen Einwohner sind auf Hilfe angewiesen, sechs Millionen Jemeniten droht unmittelbar der Hungertod. (APA, 30.7.2015)

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