Der hilfsbedürftige Autofahrer

Kolumne30. Juli 2015, 16:49
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Die Autoindustrie schläft nicht, hat einem forcierten Ausbau des öffentlichen Verkehrs und einer klügeren Verkehrsplanung immer neue Innovationen entgegenzusetzen.

Siedlungsstrukturen stellen einen ganz wesentlichen Faktor für die Schadstoffbelastung und den Energieverbrauch auf dem Verkehrssektor dar. Durch eine kluge Planung könnte hier weit mehr bewegt werden als durch viele andere Maßnahmen. Denn mit der Planung unserer Lebensräume beginnt Verkehrsvermeidung.

Sehr lang ist aber genau das Gegenteil passiert. Der Autoverkehr konnte sich völlig eigendynamisch entwickeln und bestimmte somit unsere Siedlungsstrukturen mehr als alles andere. Die Autohersteller konnten sich darauf verlassen, dass Straßen gebaut wurden, gerade so, wie sie der rasant wachsende Autoverkehr verlangte. Das Ergebnis ist alles andere als optimal: immer weitere Wege zur Arbeit, wenige Möglichkeiten, Alternativen zu nutzen. Nun sind diese Straßen auch voll.

Jede Menge Innovationen

Doch die Autoindustrie schläft nicht, hat einem forcierten Ausbau des öffentlichen Verkehrs und einer klügeren Verkehrsplanung immer neue Innovationen entgegenzusetzen. Genau in diesem Moment kommt ihr nämlich die rasende Entwicklung elektronischer Systeme zupass. Nächste Zündstufe einer fatalen Eigendynamik: Man verkauft uns jede Menge an gefährlichem Telefon-, Navi- und Online-Zeug als Fortschritt, das uns in Wirklichkeit ständig ablenkt vom Lenken. Sodann muss man uns noch mehr Zeug verkaufen, das uns wieder zurückhilft auf den richtigen Kurs. Das sind dann die Assistenzsysteme.

Und schon träumen wir vom Auto, das gänzlich automatisch fährt, ohne uns zu fragen, warum und wohin wir überhaupt fahren wollen. (Rudolf Skarics, 30.07.2015)

  • Die Zukunftsvision verspricht uns selbstständige Autos. Der Weg dorthin ist schon lange geebnet.
    foto: audi

    Die Zukunftsvision verspricht uns selbstständige Autos. Der Weg dorthin ist schon lange geebnet.

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