Alkoholwolke: Durch Atmen rauschig werden

31. Juli 2015, 14:14
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Die Londoner Unternehmer Sam Bompas und Harry Parry haben das erste Lokal eröffnet, in dem Alkohol auch durch Atmen konsumiert werden kann

London – Sich in eine Alkoholwolke zu stürzen könnte bald ziemlich angesagt sein – zumindest in London. Dort hat nämlich das Lokal "Alcoholic Architecture" eröffnet. Es bietet seinen Gästen an, ihren Schnaps auf eine eher ungewöhnliche Art zu konsumieren: durch Einatmen.

Das Ganze funktioniert folgendermaßen: Die Gäste ziehen einen speziellen Anzug an, um Kleidung und Haare vor dem Alkohol zu schützen. Sie betreten eine Art Kammer, sozusagen die Bar, und bestellen ihren Lieblingscocktail. Dieser wird dann bei 140 Prozent Luftfeuchtigkeit durch einen Raumbefeuchter in einen Cocktail zum Einatmen verwandelt. Und schon können die Gäste in der Alkoholwolke rauschig werden. Wegen der großen Luftfeuchtigkeit ist nicht viel in der Bar erkennbar – kaum weiter als einen Meter kann man durchblicken.

foto: sam bompas
Hier konsumieren die Gäste ihre Cocktails durchs Atmen. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit soll der Geschmack der Cocktails angeblich noch intensiver sein.

Breath responsibly

Der Drink zum Atmen kostet 12,5 britische Pfund – umgerechnet sind das rund 18 Euro. 40 Minuten Alkatmen sollen berauschungsmäßig dem Verzehr eines großen Drinks gleichkommen. Der Alkohol gelangt hauptsächlich durch die Lunge in die Blutbahn, aber auch durch die Augen wird er aufgenommen. Dadurch umgeht er die Leber, was laut den Gründern des Lokals den Vorteil hat, dass im Vergleich zum flüssigen Alkohol rund 40 Prozent weniger Alkohol konsumiert werden muss, um denselben Effekt zu erzielen.

Zu lange darf man sich in der Kammer nicht aufhalten: Auf eine Stunde pro Tag ist die maximale Aufenthaltszeit begrenzt. Diese wurde nach Berechnungen von Chemikern und Wissenschaftern bestimmt, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden. Ganz nach dem Motto des Lokals: "Breath responsibly" – atme verantwortungsbewusst.

Noch einen Vorteil hat die Alkoholwolke: Es werden weniger Kalorien eingenommen. Bierbäuche könnten also bald Geschichte sein – statt trinken, heißt es ab jetzt atmen.

foto: ann charlott ommedal
"Breath responsibly" lautet das Motto des Lokals Alcoholic Architecture.

Wackelpudding und kochen mit Lava

Die Idee kam von den Londoner Unternehmern Sam Bompas und Harry Parry. Sie haben schon öfter mit ausgefallenen Speisen und Getränken auf sich aufmerksam gemacht: unter anderem mit einem extravaganten britischen Wackelpudding und Kochen mit Lava.

foto: stefan braun
Das Paar Sam Bompas und Harry Parry bei einer neuen Food-Design-Kreation.

Wer an dieser Stelle schon den nächsten Trip nach Großbritannien plant, sollte sich beeilen. Die Bar hat vorerst nur für sechs Monate geöffnet. Die Betreiber wollen zunächst beobachten, wie das Geschäft läuft. Sie wollen es aber auch in Zukunft weiterführen – an einem anderen Standort. Wer noch nicht von der Alkoholwolke überzeugt ist, kann sich vor Ort übrigens auch einen Cocktail aus dem Glas statt der Luft gönnen. (David Stojanoski, 31.7.2015)

Link

alcoholicarchitecture.com

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