VW Campingbus: Von der Box zum Aufstelldach

Ansichtssache31. Juli 2015, 14:42
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1950 beginnt in Rheda-Wiedenbrück bei Westfalia die Geschichte des Reisemobils, und damit auch die Erfolgsgeschichte des VW Campingbus, des California.

Die Zeitrechnung der Campingbusse beginnt 1950. Natürlich gab es auch davor Fahrzeuge in denen geschlafen, gegessen, gestritten, gelitten und geliebt wurde. Aber mit dem ersten VW Bus samt der Campingbox von Westfalia wird das Campen auf vier Rädern halbwegs finanzierbar und zum Trend.

foto: westfalia

Mit einem Bulli, der durch die Camping-Box aufgerüsteten war, konnte man zumindest ein paar Tage unterwegs sein. Ein Gaskocher und ein Klapptisch, ein Kasten und ein paar Regale, die man auf die Türen hing, machten den VW T1 zum Reisemobil.

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foto: westfalia

Die Idee wurde so begeistert aufgenommen, dass Westfalia nach rund zehn Jahren die nächste Camping-Stufe erklomm und den VW T1 vollständig zum Reisemobil umbaute, in dem nun zwei erwachsene Personen und zwei Kinder auch einen Schlafplatz fanden. Ein Wassertank, und eine Kochnische, Klo und Kühlschrank machten die Camper unabhängig. Um mehr Platz zu haben, und damit Erwachsene aufrecht im Bulli stehen konnten, verbaute Westfalia ein Aufstelldach.

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foto: volkswagen

Nach dem T1 und neben dem T2 baute Westfalia auch Busse und kleine Nutzis anderer Hersteller um. Von Ford, von Mercedes-Benz, von Fiat und VW kamen die Fahrzeuge derer Westfalia sich annahm. Bis zum Anfang der 1980er-Jahre baute das Unternehmen mehr als 200.000 Camper, und war damit so erfolgreich, dass VW ein schönes Stück des Kuchens haben wollte. Während Westfalia die dritte Generation des VW Bus zum heute noch bekannten Joker umdängelte, begann VW mit dem California in den Markt zu drängen. Gerade noch rechtzeitig vor dem großen Campingbus-Boom, der seine Vorboten in die Verkaufsstatistiken bereits entsandte.

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foto: volkswagen

Bei Volkswagen begründete man den Einstieg natürlich anders: "Der bis ins kleinste Detail durchdachte Westafalia-Ausbau mit seinen vielen kleinen Extras war für viele Otto Normalverbraucher als Joker unerschwinglich geworden. Mit einer neuen Ausstattungsstrategie, und einer deutlich größeren Serienproduktion in Aussicht, wird die Ausstattung des Joker auf ein gesundes Maß abgespeckt", erinnerte man sich bei VW 2013 anlässlich der Feier des 100.000 California an die Anfänge.

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foto: volkswagen

Schon vom T3 California verkaufte Volkswagen 22.000 Stück. Beim T4 California waren es bereits rund 39.000 Fahrzeuge und beim T5 konnte VW 2014 das 50.000 Fahrzeug feiern, das vom Band lief.

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foto: gluschitsch

Heute, als T6, gibt es den California in drei Ausstattungslinien, mit 84, 102, 150 oder 204 PS, mit 5- und 6-Gang-Schaltung oder 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, als Frontkratzer oder Allradler, von 46.990 bis 79.273 Euro. Damit für jeden was dabei ist, und niemand zur Konkurrenz schielen muss.

Einen ersten Test zum T6 California finden Sie übrigens bereits hier.

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foto: westfalia

Westfalia – das Unternehmen stand in den 1990er-Jahren bereits vor dem Aus und die Campingbus-Sparte gehört heute zur französischen Rapido-Gruppe – baut heute noch den VW Bus zum Camper um. Ab 47.990 Euro verkauft Westfalia den T5 Club Joker City mit Aufstelldach in Deutschland, ab 53.890 Euro den T5 Joker mit Festdach (auch hier gilt der Preis für Deutschland und wird in Österreich etwas höher sein). Beiden Campern gemeinsam ist eine Sonderausstattungsliste, bei der einem schwindlig wird, aber in der man alles findet, damit ja niemand zur Konkurrenz schielen muss. (Guido Gluschitsch, 31.07.2015)

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foto: westfalia
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