Alpenschneehühnern gehen die kühlen Plätzchen aus

30. Juli 2015, 12:46
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4 Grad Celsius mehr bis 2070 könnte zu Verlust von weiten Teilen ihres Lebensraums führen

Zürich – Die Anpassung von Schneehühnern an winterliche Verhältnisse hat es ihnen ermöglicht, jenseits der 3.000-Meter-Marke ein gutes Auskommen zu finden. Ihr weißes Gefieder schützt sie vor Fressfeinden und ihre Fähigkeit, binnen Sekunden eine Schneehöhle zu graben, macht sie auch gegenüber harten Winterstürmen unempfindlich. Wenig verwunderlich also, dass ihnen die steigenden Temperaturen im Zuge des Klimawandels wenig behagen.

Dies konnte nun in der Schweiz auch wissenschaftlich bestätigt werden: Alpenschneehühnern (Lagopus muta) empfinden bereits Temperaturen von über 21 Grad Celsius als zu warm. Unter solchen Umständen sind sie gezwungen, kühle Orte aufzusuchen. Sollte sich das Klima in der Schweiz bis 2070 um vier Grad erwärmen, würden die Tiere zwei Drittel ihres Lebensraums verlieren. Zu diesem Schluss kommt eine von der Vogelwarte Sempach zusammen mit französischen Forschern im Sommer 2012 in den Savoyer Alpen durchgeführte Studie.

Flucht vor Hitzetagen

Die Alpenschneehühner, die in den Hochalpen und arktischen Gebieten vorkommen, reagieren auf Hitzetage, indem sie schattige Mulden aufsuchen. Diese sind häufig nach Norden offen und schützen sie auch vor Feinden. Auch an warmen Berghängen fanden sich kleinräumig solche Stellen.

Insgesamt wurden sieben mit Sendern ausgestattete Tiere verfolgt. Zudem stützen sich die Forscher auf Beobachtungen von mehreren Alpenschneehühnern ohne Sender, wie Lukas Jenni, Koautor der Studie und wissenschaftlicher Leiter der Schweizerischen Vogelwarte Sempach, sagte.

Rückzugsorte schaffen

Die Erkenntnisse über geeignete Rückzugsorte für das Alpenschneehuhn könnten dazu beitragen, Ruhezonen oder Schutzgebietsgrenzen für die Art festzulegen, sagte Lukas Jenni. (APA, 30.7.2015)

  • Von Frühjahr bis Herbst unterscheiden sie die Gefieder der beiden Alpenschneehuhn-Geschlechter (links das Männchen, rechts das Weibchen). Im Winter ist es bei beiden schneeweiß.
    foto: corentin morvan

    Von Frühjahr bis Herbst unterscheiden sie die Gefieder der beiden Alpenschneehuhn-Geschlechter (links das Männchen, rechts das Weibchen). Im Winter ist es bei beiden schneeweiß.

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