UNO: Mindestens 250.000 Tote in Syrien seit Ausbruch der Gewalt

30. Juli 2015, 07:05
4 Postings

Syrien-Gesandter de Mistura will Verhandlungen wiederbeleben

New York – In Syrien sind seit Ausbruch der Gewalt vor gut vier Jahren nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 250.000 Menschen ums Leben gekommen. "Mindestens eine Viertelmillion Syrer wurde getötet", sagte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon am Mittwoch vor dem UN-Sicherheitsrat in New York.

"Nach mehr als vier Jahren des Tötens ist der Syrien-Konflikt ein beschämendes Symbol unserer Spaltung und unseres Versagens", sagte Ban. "Ich bin tief enttäuscht, dass die Resolutionen dieses Rates nicht umgesetzt wurden."

Der Syrien-Konflikt begann im März 2011 mit der Niederschlagung friedlicher Proteste durch das Regime in Damaskus. Mehrere Resolutionen zu Syrien waren trotz großer Mehrheit im Sicherheitsrat gescheitert, weil Russland jedes Mal sein Veto eingelegt hatte.

"Fast die Hälfte der Syrer, zwölf Millionen Männer, Frauen und Kinder, wurden aus ihren Häusern vertrieben." Die Menschen seien Giftgas, Fassbomben und anderen geächteten Waffen ausgesetzt. "Und der Konflikt hat terroristische Gruppen wachsen lassen, nicht nur in der Region selbst." Der Konflikt sei eine klare Bedrohung für den internationalen Frieden.

Der UNO-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, kündigte einen neuen Anlauf für eine politische Lösung in dem Bürgerkriegsland an. "Die UNO und wir alle sind verpflichtet, dieses Thema am Leben zu halten", sagte de Mistura am Mittwoch vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. Neue Gespräche in einer Reihe von Arbeitsgruppen könnten womöglich im September starten.

Regionale Arbeitsgruppen sollten in Syrien auf lokaler Ebene mit den kämpfenden Parteien verhandeln und die Waffenstillstandsvereinbarungen von Genf umsetzen. Die Arbeitsgruppen sollen vier Bereiche ansprechen: Sicherheit und Zugang zu Menschen in Not, politische Fragen, Fragen des Militärs und der Terrorismusabwehr sowie regionale Entwicklung. Damit will De Mistura der Friedensinitiative neuen Schwung geben.

Nach Treffen mit Vertretern der Konfliktparteien in den vergangenen zwei Monaten räumte der italienisch-schwedische Diplomat aber ein: "Leider gibt es noch immer keinen Konsens über den weiteren Weg."

De Mistura hatte den Posten des UN-Sondergesandten für Syrien im Juli 2014 übernommen. Seine Vorgänger Kofi Annan und Lakhdar Brahimi hatten beide nach erfolglosen Friedensbemühungen das Amt niedergelegt. Seit Beginn der Kämpfe in Syrien im Frühjahr 2011 wurden Schätzungen zufolge rund 230.000 Menschen getötet. Fast die Hälfte der Bevölkerung – zwölf Millionen Männer, Frauen und Kinder – sind auf der Flucht. Der UN-Sicherheitsrat ist in der Syrien-Frage gespalten. Die Vetomacht Russland sperrte sich in der Vergangenheit dagegen, den Druck auf die Assad-Regierung zu erhöhen. (APA, 30.7.2015)

Share if you care.