US-Senat bestätigte Dunfords Ernennung zum Generalstabschef

30. Juli 2015, 06:59
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Erfahrener Militärstratege übernimmt Posten in Phase des Umbruchs

Washington – Der US-Senat hat die Ernennung von Joseph Dunford zum neuen US-Generalstabschef bestätigt. Die Kongresskammer billigte die Personalentscheidung von Präsident Barack Obama am Mittwoch in Washington einstimmig. Der 59-jährige Dunford löst damit im Oktober den seit 2011 amtierenden Martin Dempsey ab.

Die Ernennung war im Mai erfolgt. Obama hatte Dunford damals als erfahrenen Kommandanten gelobt, der parteiübergreifend und auch bei den Verbündeten der USA Anerkennung genieße. Er sei "einer der respektiertesten Strategen unserer Armee".

Der Generalstabschef ist der wichtigste militärische Berater des Präsidenten und übt damit auch nennenswerten politischen Einfluss auf die US-Regierung aus. Bei einer Senatsanhörung Anfang Juli hatte Dunford Russland als "die größte Gefahr für unsere nationale Sicherheit" bezeichnet. Als weitere Bedrohungen nannte er China, Nordkorea und die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS).

Der in Boston geborene Dunford dient seit mehr als 35 Jahren bei den US-Marineinfanteristen. Der Karrieresoldat war im Frühling 2003 als Offizier am Einmarsch in den Irak beteiligt und erhielt dabei den Spitznamen "Fighting Joe". Von Februar 2013 bis August 2014 befehligte er die NATO-Truppen in Afghanistan. Unter Dunfords Kommando übergab die Militärallianz die Sicherheitsverantwortung zunehmend an die afghanischen Einheiten und nahm eine Ausbildungs- und Beraterrolle ein. Erst im vergangenen Sommer war Dunford an die Spitze der Marineinfanteristen gerückt.

Dunford ist Absolvent der für ihre harte Ausbildung bekannten US Army Ranger School und hat zwei Universitätsabschlüsse – einen in internationalen Beziehungen und einen in Politikwissenschaft.

Die US-Armee befindet sich nach einem Jahrzehnt der Einsätze in Afghanistan und im Irak in einer Zeit des Umbruchs. Obama sieht die massenhafte Entsendung von Bodentruppen äußerst skeptisch und bevorzugt wie aktuell im Kampf gegen den IS im Irak und in Syrien eine begrenzte Intervention mit Luftangriffen. Der US-Präsident treibt in seiner bald endenden Amtszeit auch eine strategische Neuausrichtung der US-Streitkräfte auf den asiatisch-pazifischen Raum voran. (APA, 30.7.2015)

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