Microsoft: Zum Wandel gezwungen

Kommentar29. Juli 2015, 17:50
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Getrieben vom Erfolg der Konkurrenz verteilt Microsoft ein Betriebssystem kostenlos an Nutzer

Microsoft hat Windows 10 zum Download freigegeben und verteilt erstmals ein Betriebssystem kostenlos an viele Nutzer. Wer Windows 7 oder 8 verwendet, erhält die neue Ausgabe als Gratis-Update. Mit diesem Schritt markiert Microsoft einen grundlegenden Wandel – getrieben vom Erfolg der Konkurrenz.

Apple revolutionierte mit iTunes den digitalen Musikvertrieb und machte mit dem iPhone das Smartphone zum Massenprodukt. Für Updates der eigenen Betriebssysteme verlangt man schon lange kein Geld mehr. Microsoft hingegen verpasste den Anschluss. Die versuchte Aufholjagd mit Windows Phone und dem Kauf von Nokias Handysparte brachte wenig. Sie kostete stattdessen Milliarden und tausende Jobs. Windows 8 floppte und zementierte das "Dinosaurier"-Image, das Microsoft schon länger angehaftet hatte. 2014 trat Firmenchef Steve Ballmer ab, ihm folgte Satya Nadella, der seitdem kräftig umrührt.

Windows 10 setzt, analog zu iTunes, auf einen einheitlichen Store für Apps, Musik und Filme. Das neue Startmenü soll die Sünden von Windows 8 vergessen machen. Wie Google will man Privatkunden mit einfach gestalteten Cloud-Services überzeugen. Und spannende Projekte wie der Augmented-Reality-Rechner Hololens lassen das Unternehmen zukunftsgewandt wirken. Microsoft hat vom Mitbewerb gelernt und muss nun in den kommenden Monaten beweisen, dass der Richtungswechsel nachhaltig ist. (Georg Pichler, 29.7.2015)

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