Fall Alijew: Ainedter rechtskräftig freigesprochen

29. Juli 2015, 16:04
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Rechtsvertreter wurde von Mitarbeiterin der Kanzlei Lansky wegen übler Nachrede und Kreditschädigung geklagt

Wien – Der Konflikt zweier namhafter Anwälte, die sich in der Causa Alijew gegenüber gestanden sind, ist am Mittwoch am Wiener Oberlandesgericht (OLG) mit einem rechtskräftigen Freispruch für Advokat Manfred Ainedter zu Ende gegangen. Eine Mitarbeiterin der Kanzlei Lansky, Ganzger und Partner hatte Ainedter wegen übler Nachrede und Kreditschädigung geklagt.

Ainedter hat den ehemaligen kasachischen Botschafter in Wien, Rakhat Alijew, vertreten, dem die Entführung und Ermordung zweier kasachischer Banker zur Last gelegt wurde. Die Kanzlei von Gabriel Lansky wiederum war aufseiten des kasachischen Opfervereins "Tagdyr" engagiert, der die Witwen der getöteten Banker betreute.

Privatklage nach ORF-Interview

Nachdem Alijew in U-Haft genommen wurde, hatte Ainedter am 6. Juni 2014 in einem ORF-Interview erklärt: "Es gibt ja vielfache Hinweise und Nachweise dafür, dass Beweismittel von den Kasachen gefälscht wurden, und leider Gottes kann ich der Kanzlei Lansky den Vorwurf nicht ersparen, dass sie da mitgewirkt hat." Anna Zeitlinger, in Lanskys Kanzlei federführend mit osteuropäischen Agenden betraut, fühlte sich dadurch auf den Schlips getreten. Sie brachte gegen Ainedter eine Privatanklage ein.

Die Causa Alijew ist am 10. Juni mit zwei Freisprüchen zu Ende gegangen. Nachdem sich der ehemalige kasachische Botschafter in der U-Haft das Leben genommen hat – mehrere Gutachten schlossen Fremdverschulden aus -, mussten sich nur noch der ehemalige kasachische Geheimdienstchef Alnur Mussajew sowie Vadim Koshljak, der frühere Sicherheitsberater von Alijew, vor Gericht verantworten. (APA, 29.7.2015)

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