Arbeiterkammer: Entwurf für neue Pflegeausbildung überarbeiten

29. Juli 2015, 15:24
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Kritik an Aufsplittung des aktuellen Berufsbilds

Wien – Auch die Arbeiterkammer reiht sich in die Liste der Kritiker an der geplanten Neuorganisation der Ausbildung im Pflegesektor ein. Zwar bringe die Novelle in einigen Bereichen Positives, in manchen Bereichen ortet die AK allerdings "Überarbeitungsbedarf", wie es am Mittwoch in einer Aussendung der Kammer hieß.

Vor allem bei der geplanten Aufsplittung des aktuellen Berufsbildes der Pflegehilfe in Pflegeassistenz und Pflegefachassistenz sieht die AK noch die Notwendigkeit von Nachjustierungen – aus Qualitäts- und Transparenzgründen, wie es in der Aussendung heißt.

Außerdem kritisiert die AK die "zu lange Übergangsfrist" für die Überführung des gehobenen Dienstes auf Fachhochschulniveau. Vermisst wird seitens der Kammer auch "die mehrfach angekündigte Neuverteilung der Kompetenzen zwischen Ärzten und dem gehobenen Dienst".

Positiv sieht die AK neben der Akademisierung der Ausbildung des gehobenen Dienstes vor allem den Berufsschutz für die Fachassistenz. Als "ebenso gut und wichtig" wird die Möglichkeit gesehen, dass Schüler der Pflegefachassistenz nach abgeschlossener Ausbildung die Möglichkeit haben sollen, die Berufsreifeprüfung zu absolvieren.

Drei Stufen

Das Gesetz soll die Ausbildung der Krankenpflege neu regeln. Es sind drei Professionalisierungsstufen vorgesehen. Wer bisher als Pflegehilfe gearbeitet hat, darf sich künftig Pflegeassistenz nennen. Pflegefachassistenzen müssen sich zwei Jahre lang an dafür spezialisierten Schulen zu einer solchen ausbilden lassen.

Wer im gehobenen Pflegedienst tätig sein möchte, wird künftig einen der neu zu schaffenden FH-Lehrgänge absolvieren. Viele Routinetätigkeiten aus dem niedrigen Pflegebereich entfallen damit. Pflegeassistenzen dürfen künftig übrigens auch Blutabnahmen durchführen – bisher eine ärztliche Tätigkeit. (APA, red, 29.7.2015)

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