Facebook: "Bürgerwehren" warnen vor "Ausländern"

30. Juli 2015, 09:29
593 Postings

Facebook: "Bürgerwehren" stellen vermeintliche Ausländer an den Pranger

Im deutschsprachigen Raum entsteht momentan eine Vielzahl von Facebook-Gruppen, in den sich sogenannte "Bürgerwehren" organisieren. Mitglieder wollen die Polizei mit Hinweisen unterstützen und selbst für mehr Recht und Ordnung sorgen. Kritiker warnen allerdings davor, dass das schnell zu Selbstjustiz führen kann.

Tatsächlich machen sich in einigen dieser Gruppen fremdenfeindliche Untertöne bemerkbar. So hat "Buzzfeed" Einblick in die geschlossene Facebook-Gemeinschaft "Bürgerwehr Untersuhl" aus Thüringen in Deutschland bekommen und dabei festgestellt, dass sich deren Mitglieder gegenseitig vor "Ausländern" warnen.

"Keine Ahnung, was die vorhaben!"

Ein Nutzer schreibt etwa, er habe eine "männliche Person mit südländischem Aussehen" entdeckt, die er nun "kontrollieren" werde. Ein anderes Posting: "Ausländische Familie (3 Personen) laufen (sic!) in den Straßen (…) rum und gehen sogar auf die Grundstücke (…). Achtung!" Die Nutzer scheuen auch nicht davor zurück, vermeintlich verdächtige Personen zu fotografieren und diese Bilder in der Gruppe bereitzustellen, berichtet "Buzzfeed" weiter.

Mehr als 40 Mitglieder kontrollieren

Laut MDR würden sich außerhalb von Facebook rund 40 Mitglieder aktiv zur Bürgerwehr bekennen. Die Polizei warne aber davor, als "Hilfssheriff" zu agieren. Bei Verdachtsfällen müsse stets die Polizei gerufen werden, so Polizei-Gewerkschaftschef Kai Christ zum MDR. Erst vergangenen Oktober hatte es große Aufregung um eine Bürgerwehr gegeben, die rumänische Arbeiter durch die Stadt gejagt hatte – sie waren für Einbrecher gehalten worden. (fsc, 29.7.2015)

  • Mehr als 2.000 Mitglieder unterstützen die Gruppe.
    foto: screenshot

    Mehr als 2.000 Mitglieder unterstützen die Gruppe.

Share if you care.