Schweizer Militär "klaute" französisches Wasser

29. Juli 2015, 11:22
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Super-Pumas schöpften unerlaubt in 32 Flügen insgesamt 53 Kubikmeter Wasser aus französischem See

Ein außergewöhnlicher Hubschraubereinsatz sorgte in den letzten Tagen für diplomatische Verstimmungen zwischen der Schweiz und Frankreich. Ausgerechnet in der trockensten Zeit des Jahres bediente sich vergangene Woche ein Super-Puma des Schweizer Militärs mehrmals am Wasser des Lac des Rousses im französischen Jura.

Daraufhin gingen die Wogen hoch, wie die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) berichtet. Zwei Super-Pumas hatten in immerhin 32 Flügen insgesamt 53 Kubikmeter Wasser aus dem Lac des Rousses geschöpft. Empörend auch deswegen, weil derzeit eine arge Wasserknappheit für massive Trockenheit auf französischen Feldern sorgt. Die französischen Behörden hatten bereits im Vorfeld des Zwischenfalls wegen der Trockenheit den Wasserverbrauch beschränkt, schreibt die französische Lokalzeitung "Le Progrès".

Entschuldigung veröffentlicht

Diplomatische Schadensbegrenzungsaktionen liefen an. Mittlerweile hat sich die Schweizer Armee auf ihrer Website entschuldigt und eine Erklärung veröffentlicht, wie es zu dem Fauxpas kommen konnte: Die Militärhelikopter wären damit beauftragt gewesen, Kühe im Waadtländer Jura mit Wasser zu versorgen, da natürlich das Problem der Trockenheit vor der Schweizer Grenze nicht halt gemacht hatte.

Eigentlich waren die Piloten aber beauftragt worden, das Wasser aus dem Lac de Joux, dem Neuenburger oder dem Genfersee zu schöpfen. Doch die Strecke zum Lac des Rousses war viel kürzer. Ergo stellten die französischen Behörden der Schweizer Luftwaffe auf Anfrage eine Genehmigung für den Überflug aus. Dass die Wasserentnahme damit nicht automatisch bewilligt war, wurde kurzerhand übersehen.

Am Dienstag entschuldigte sich auch der stellvertretende Armeechef Dominique Andrey per Brief offiziell beim Präfekten des Departements Jura und beim Bürgermeister der Gemeinde Les Rousses. Die Angelegenheit sei damit erledigt, erklärte die französische Botschaft in Bern laut NZZ. (red, 29.7.2015)

  • Richtig: Super-Puma-Helikopter der Schweizer Armee füllen ihre Wassertanks im Schweizer Greyerzersee.
Falsch (nicht im Bild): Vergangene Woche "wilderten" ebendiese Helikopter in Frankreich.
    foto: epa / dominic steinmann

    Richtig: Super-Puma-Helikopter der Schweizer Armee füllen ihre Wassertanks im Schweizer Greyerzersee.

    Falsch (nicht im Bild): Vergangene Woche "wilderten" ebendiese Helikopter in Frankreich.

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