Ostukraine: Separatisten finden US-Waffen aus "Battlefield 3"

2. August 2015, 10:00
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Raketen weisen selben Rechtschreibfehler wie Waffen in "Battlefield 3" auf

Es ist eine vermeintliche Sensation: Prorussische Separatisten finden ein Waffennest, in dem eine Lieferung aus den USA gelagert wird. Neben langhaltbaren Lebensmitteln werden dort auch schwere Waffen, nämlich sogenannte Stinger-Raketen, aufbewahrt. Ein Video des Fundes wird viral, auch russische Medien wie die Nachrichtenagentur RIA übernehmen die Meldung. Die russische Zeitung "Komsomolskaja Prawda", die eine Auflage von über 800.000 Stück hat, bringt die Meldung groß.

lnr.today

Doch nach und nach machen sich im Netz Zweifel an dem Fund breit. Und 24 Stunden später scheint es, als ob die Separatisten den Waffenfund gefälscht und sich dabei am Videospiel "Battlefield 3" orientiert hätten.

Absurde Rechtschreibfehler

So weisen die Kisten, in denen die Waffen angeblich geliefert wurden, absurde Rechtschreibfehler auf: Da steht etwa "Date louded" statt "loaded" oder "re usable" statt der beim US-Militär üblichen Bezeichnung "Re-usable" oder "reusable".

screenshot
Die Separatisten finden Waffen mit "Tracking Rainer"

Besonders bizarr ist aber, dass die gefundenen Stinger mit "Tracking Rainer" beschriftet sind. Dabei handelt es sich um einen berühmten Fehler aus "Battlefield 3" – denn bei echten Waffen heißt es natürlich "Tracking Trainer". "Rainer" hat auf Englisch keine Bedeutung, das Wort existiert nicht.

gung ho vids
Bei offiziellen Modellen ist "Tracking Trainer" zu lesen
smdc/armymil
US-Waffe im Einsatz


"Tracking Rainer"?

Wie der Spiegel berichtet, taucht die Stinger aus "Battlefield 3" allerdings relativ prominent in den Google-Suchergebnissen nach der Waffe auf. Es könnte also sein, dass die Rebellen sich vor der vermeintlichen Fälschung im Netz über deren Aussehen informiert wollten und auf die falsche "Battlefield 3"-Fährte gelangt sind. Die selbsternannte "Volksrepublik Luhansk" hat nichtsdestotrotz eine Untersuchung des Waffenfundes angekündigt.

foto: battlefield 3/ea/via kotaku
Modell aus "Battlefield 3"

In den Monaten zuvor war übrigens schon die russische Regierung unter Fälschungsverdacht gestanden. So sollen Aufnahmen vom Absturz des Fluges MH17 in der Ostukraine manipuliert worden sein. (fsc, 2.8.2015)

  • Ostukrainische Separatisten präsentieren den vermeintlichen Sensationsfund
    foto: screenshot

    Ostukrainische Separatisten präsentieren den vermeintlichen Sensationsfund

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