Warum Roboter bei Netflix 3.400 DVDs pro Stunde sortieren

28. Juli 2015, 17:05
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Abseits des vielbeworbenen Streaming-Geschäfts betreibt Netflix nach wie vor eine Fern-Videothek

Netflix: Für die meisten Menschen ist dieser fix Name mit dem Videostreaming-Geschäft verbunden. So sehr, dass "Netflix" schon ein Synonym für eine ganze Produkt-Kategorie geworden ist, wie beispielsweise "Tixo" oder "googlen". Tatsächlich ist Streaming aber nur ein Teil des Netflix-Firmengebildes – und das weniger lukrativere: Denn durch die rasche Expansion auf fremde Kontinente verliert der Konzern viel Geld, das in Infrastruktur, Werbung und fremde Inhalte gesteckt werden muss. Für den nötigen Zaster sorgen einerseits Investoren, andererseits aber jenes Geschäftsfeld, aus dem Netflix entstanden ist: Eine Fern-Videothek.

Videothek ohne Fußwege

Auch als Netflix 1997 gegründet wurde, wollte Chef Reed Hastings schon Videotheken den Kampf ansagen. Allerdings war Breitbandinternet damals für die Massen noch in weiter Ferne. Hastings hatte daher die Idee, dass sich Kunden über das Internet DVDs bestellen könnten. Die bekommen sie dann zugeschickt, anschließend senden sie die Filme wieder gen Netflix zurück. Wie eine klassische Videothek also, nur ohne lästige Hin- und Rückwege oder vergriffene Titel. Die Idee ging auf, 2010 hielt Netflix' DVD-Abteilung bei 20 Millionen Kunden. Durch das 2007 eingeführte Streaming sank diese Zahl auf jetzt 5,3 Millionen – die aber immer noch für hohe Profite sorgen.

Kluge Roboter

Denn insgesamt sind nur 25 Mitarbeiter für die Sortierung der DVDs verantwortlich. Der Großteil der Fernleihen wird von Robotern abgewickelt, wie ein Artikel der New York Times nun enthüllt. Die neuen Maschinen sind in der Lage, selbstständig Pakete aufzuschlitzen, deren Inhalt (die DVD) zu überprüfen, sie zu reinigen, wieder einzusetzen und dann neu zu verschiffen. Mehr als 3.400 DVDs soll der Roboter pro Stunde schaffen. Während Netflix durch Streaming also weltweit an Berühmtheit gewinnt, sorgen im Hintergrund andere technische Innovationen für die Finanzierung. (fsc, 28.7.2015)

  • Netflix: Alles begann 1997 mit einer Fern-Videothek – die immer noch Profit abwirft
    foto: reuters/snyder

    Netflix: Alles begann 1997 mit einer Fern-Videothek – die immer noch Profit abwirft

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