Ukraine: Hickhack um heiklen Gefangenenaustausch

28. Juli 2015, 16:55
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Hinter Kulissen laufen angeblich Verhandlungen über die Freilassung von Angehörigen des russischen Armeegeheimdienstes

Kiew/Moskau – Heftiges Dementi eines angeblichen Gefangenenaustauschs zwischen der Ukraine und Russland: Die Internetzeitung gazeta.ru hatte am Dienstag unter Berufung auf einen Informanten aus den russischen Sicherheitskreisen die Rückgabe der im Donbass gefangenen Russen Alexander Alexandrow und Jewgeni Jerofejew angekündigt.

Beide hatten sich nach ihrer Gefangennahme im Mai als Angehörige des russischen Armeegeheimdienstes GRU zu erkennen gegeben. "Wir haben keine GRU-ler ausgetauscht. Sie warten in der Ukraine auf das Ende der Ermittlungen und den Prozess", widersprach die Pressebeauftragte des ukrainischen Geheimdienstes SBU Jelena Gitlanskaja kurz darauf. Kremlsprecher Dmitri Peskow gab sich unwissend, über den Austausch gebe es widersprüchliche Informationen, sagte er.

Die Affäre ist heikel. Kiew will mit dem Prozess gegen die beiden Russlands Beteiligung am Konflikt im Donbass demonstrieren. Moskau bestreitet eine militärische Einmischung und hat sich auch von den Gefangenen losgesagt. Trotzdem laufen laut deren Anwälten hinter den Kulissen Verhandlungen über eine Freilassung. Im Gegenzug will Kiew aber die in Moskau einsitzende Nadja Sawtschenko und den Regisseur Oleg Senzow freipressen. (28.7.2015)

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