Eis-Verlust in der Arktis bringt Sibirien mehr Schnee

3. August 2015, 11:40
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Das eisfreie Wasser erwärmt sich und nimmt mehr Feuchtigkeit auf, die weiter südlich zu mehr Niederschlägen führt

Bern – Schmilzt das Meereis in der Arktis, dann kommt es im südlichen Sibirien zu größeren Schneefällen. Ob es zwischen diesen beiden Ereignissen einen unmittelbaren Zusammenhang gibt, haben nun internationale Wissenschafter überprüft. Tatsächlich konnten die Forscher beobachten, dass die zusätzliche Erwärmung des eisfreien Wassers in der Barents- und der Karasee die Bildung von Stürmen begünstigt, da durch sie der Feuchtigkeitsgrad in der Atmosphäre erhöht wird. In Sibirien geht die weitertransportierte Feuchtigkeit im Herbst und Winter dann als Schnee nieder.

Als Untersuchungsgrundlage dienten den Klimawissenschaftern um Martin Wegmann und Stefan Brönnimann vom Oeschger Zentrum für Klimaforschung der Universität Bern Daten von 820 Messstationen in Russland, die seit den 1970er-Jahren gesammelt werden.

Arktisches Klima wirkt auf südliche Breiten

In Jahren mit wenig Meereis kam es demnach zu größeren Schneefällen und Schneestürmen in Südsibirien. Die Wissenschafter konnten auch nachweisen, dass zumindest ein Teil der Feuchtigkeit hierzu aus offenen arktischen Gewässern stammte. Auf einen schneereichen Herbst folgte den Resultaten zufolge im Winter eine kalte Hochdrucklage in Eurasien.

"Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig das arktische Klima für die südlicheren Breiten ist", schreiben die Autoren im Fachjournal "Environmental Research Letters". Seit Beginn der Satellitenmessungen 1980 hat die Ausdehnung des Meereises im Sommer in der Arktis um zehn Prozent abgenommen. (APA/red, 3. 8. 2015)

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