Hitzewelle führt zu Bränden in Kroatien und der Herzegowina

28. Juli 2015, 13:34
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Auch Urlaubsorte von den Flammen betroffen – Gefahr noch immer nicht gebannt

Seit Montag ist wieder ein Feuer auf der Insel Korčula in der Bucht Brna bei Čara ausgebrochen. Die Feuerwehr hat den Brand aber unter Kontrolle, 30 Feuerwehrleute waren am Dienstag im Einsatz und zwei Löschflugzeuge in der Luft. Vor allem die Pinienwälder haben Feuer gefangen. Auch das Feuer bei Trstenik auf der Halbinsel Pelješac wurde am Dienstag weiter bekämpft, 1200 Hektar waren in den vergangenen Tagen von den Bränden betroffen. Auch das Feuer in der Nähe von Ponikva breitet sich zur Zeit nicht weiter aus. Ebenfalls Feueralarm gab es am Montag wieder in der Nähe von Pula in Istrien. 15 Feuerwehrleute sind in Marčane im Einsatz.

Mittlerweile können die Einsatzflugzeuge die Brände schneller unter Kontrolle bringen, weil es zahlreiche Aufklärungsflüge gibt, die die Feuer im Anfangsstadium lokalisieren. Die kroatische Armee war am Montag bei dem Brand in Brodarica in der Nähe der Stadt Šibenik im Einsatz. Die Leute in den betroffenen Gebiete haben vor der nächsten Hitzewelle Angst. Laut dem kroatischen Verteidigungsministerium wurden bisher 64 Feuer in Dalmatien, aber auch in Istrien bekämpft. Die rot-gelben Löschflugzeuge sind dauernd im Einsatz, insgesamt wurden bereits 688 Stunden für die Brandbekämpfung verwendet und 26500 Tonnen Wasser abgeworfen. Die Hitzewelle vergangene Woche hatte die Situation extrem verschlechtert. Auch rund um Mostar in Bosnien-Herzegowina brannte es.

Katastrophe für Weinanbau

Die Brände haben katastrophale Auswirkungen auf die Weinanbaugebiete etwa in Pelješac. Dort wurden laut lokalen Medien 3500 Hektar Land, viele Weingärten, Olivenhaine und viele Tiere Opfer der Flammen. In Bosnien-Herzegowina waren vergangene Woche die Gemeinden Mostar, Čapljina, Konjic, Čitluk und Stolac betroffen. Die Behörden rufen dazu auf, das Wasser nicht unnötig für das Sprenkeln von Rasenflächen, für Schwimmbäder oder das Waschen von Autos zu verschwenden.

Der kroatische Premier stattete vergangene Woche der Insel Korčula einen Besuch ab. Der Politiker der immer für ein Fettnäpfchen zu haben ist, fand wieder einmal die "richtigen Worte" für die schwierige Situation. Zoran Milanović sagte, dass die Brände noch nicht unter Kontrolle seien und der Wind die Situation noch verschlimmere. "Die Menschen sind immer unzufrieden", erläuterte er die Reaktionen seiner Landsleute auf die Hilfsmaßnahmen gegen die Waldbrände. "Aber so ist das halt", folgerte er. Milanović warnte zudem, dass es in diesem Jahr noch weitere Feuer geben werde. Besonders viel Zuversicht und Trost ist von ihm also nicht zu erwarten. Er ist nicht gerade ein Politiker, der zu Populismus neigt, eher zu emotionsloser Nüchternheit. Trotz Wahlkampf. (Adelheid Wölfl aus Sarajevo, 28.7.2015)

  • Die Einsatzkräfte kämpfen weiter gegen die Flammen.
    foto: ap photo / amel emric

    Die Einsatzkräfte kämpfen weiter gegen die Flammen.

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