Athen treibt Gespräche über Milliardenpaket voran

28. Juli 2015, 11:43
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Vertreter der Gläubiger beraten am Dienstag mit der griechischen Regierung über ein drittes Hilfspaket

Athen – In Griechenland wird es in Sachen Verhandlungen um Milliardenhilfen wieder ernst. Zum Auftakt der – verzögerten – Beratungen über ein drittes Hilfspaket für Griechenland haben Vertreter der internationalen Kreditgeber Dienstagfrüh den Rechnungshof in Athen besucht. Die Verhandlungsführer aller Delegationen sollen nach Angaben der griechischen Regierung an den Gesprächen teilnehmen.

Athen hofft auf ein schnelles Ergebnis der Gespräche, die Europäische Kommission peilt die zweite Augusthälfte an. Es geht um ein Hilfsprogramm im Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro für die nächsten drei Jahre. Viel Zeit hat Athen nicht: Griechenland ist hoch verschuldet und muss bis 20. August 3,2 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank (EZB) zurückzahlen. Die Kassen sind leer.

Zwei-Jahres-Renditen sinken

Die Aussicht auf ein drittes Hilfspaket für Athen aus dem Rettungsfonds ESM hat die griechischen Zwei-Jahres-Renditen mittlerweile auf den niedrigsten Stand seit Ende April sinken lassen. Allerdings waren die 19,864 Prozent weiterhin für die Refinanzierung deutlich zu hoch. Vor der Einigung der internationalen Gläubiger mit Griechenland hatten sie aber illusorische 57,728 Prozent betragen. Dagegen hinkt das schwerverschuldete Euroland bei den Zehn-Jahres-Renditen weiterhin deutlich hinter den anderen Ländern der Währungsunion nach. Mit 11,71 Prozent gab es sogar eine leichte Steigerung im Wochenabstand (vor sechs Tagen waren es 11,559 Prozent).

Griechenlands Exfinanzminister Yanis Varoufakis hat indes Geheimpläne zum Aufbau eines parallelen Zahlungssystems bestätigt. Varoufakis bringt damit Ministerpräsident Alexis Tsipras in Bedrängnis. Varoufakis erklärte, einen Plan ausgearbeitet zu haben, der eine Rückkehr Griechenlands zur Drachme ermöglichen sollte. Es habe sich allerdings um Notfallpläne gehandelt, die nie in Kraft getreten seien. Tsipras wurde von der Opposition dennoch aufgerufen, dazu Stellung zu nehmen und deutlich zu machen, wie weit die Pläne für einen "Grexit" gediehen waren. (APA/Reuters/red, 28.7.2015)

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